Ein Ortsporträt von Lutz Näkel

Giesenhausen liegt am Rande der Kroppacher Schweiz, die viele für den schönsten Teil des Westerwalds halten. Das 350-Einwohner-Dorf unterscheidet sich von anderen Orten der Region, denn hier ist die Landwirtschaft noch von Bedeutung: Immerhin drei Vollerwerbslandwirte zählt die Gemeinde.

Einer von ihnen ist Hans-Ulrich Klöckner. Vor acht Jahren hat er seine Milchviehhaltung automatisiert: Die Kühe werden seitdem von einem Roboter gemolken - und zwar wann sie wollen, ob Tag oder Nacht. Mit romantischem Landleben hat das gar nicht mehr zu tun, sagt Klöckner, aber nur so könne er bei den ständig sinkenden Milchpreisen überhaupt noch existieren.

Gut im Geschäft ist der Maler Pol Kauka. Seit 40 Jahren vermarktet er seine Bilder über Galeristen in Deutschland und Spanien. Pol Kauka, ein Enkel des "Fix und Foxi"-Erfinders Rolf Kauka, sieht sich als Dienstleister: Er malt seine Stillleben und Landschaften in Serie, technisch durchaus hochwertig, aber Gebrauchskunst eben. Nach Giesenhausen geriet er durch eine Anzeige. Ein Haus "in der Nähe von Köln" wurde angeboten. Als Kauka nach über einer Stunde Fahrt das Westerwalddorf erreichte, war er erstmal sauer. Aber dann vernarrte er sich in die schöne Gegend, kaufte das Haus und blieb in Giesenhausen.
Giesenhausen
Gartenstr. 11
57627 Hachenburg
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Letzte Änderung am: 20.09.2004, 00.00 Uhr