Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels
Sendung vom Freitag, 8.1.2010 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Zwei Filme widmen sich bisher dem Eifeldorf Preist. Der erste datiert aus dem Jahr 1959. Das SWR Fernsehen hat den zweiten produziert. Der Architekt Franz Heinz hat die Filmrollen aus den fünfziger Jahren von einem Speicher geholt und alle Szenen mit dem Computer neu bearbeitet und zu einem 45-minütigen Stück zusammengesetzt. 1959 hatte der Musikverein den Film in Auftrag gegeben, um ein Porträt des Dorfes mit seinen Menschen zu erhalten - genau das, was "Hierzuland" 44 Jahre später wieder erreichen will.

Ein kleiner, verschmitzter Junge taucht im Film auf. Heute ist er Bürgermeister - und ein Experte für den Preister Keltenwall. Preist liegt auf einem Hochplateau über dem Kylltal - ein idealer Ort für eine keltische Festungsanlage. Die Kelten bauten eine ringförmige Mauer mit Streben aus Baumstämmen; die Zwischenräume wurden mit Steinen verfüllt. Das Holz ist längst verfault, die Steine aber sind geblieben. Archäologen waren von den Funden so begeistert, dass sie inzwischen diese Art von Wehrmauern als "Typ Preist" bezeichnen.

In den vier Jahrzehnten seit dem ersten Film hat sich manches in Preist verändert. Aus dem Bauerndorf wurde eine Wohngemeinde mit heute 800 Einwohnern - bei steigender Tendenz. Die meisten Leute arbeiten in Trier oder Bitburg. In der Freizeit treiben sie Sport, sammeln Traktoren (unter anderem ein fahrbares Sägewerk) oder kümmern sich um das Brauchtum. Da ist besonders die Möhnengruppe aktiv, denn sie muss sich auf die nächste Karnevalssaison vorbereiten. Und die Möhnen sind überzeugt: "Iwer Preist geht neist" - nichts geht über Preist.
Preist
Bahnhofstr. 36
54662 Speicher
Tel.: 06562/64-0
Fax: 06562/6459
Letzte Änderung am: 18.08.2004, 00.00 Uhr