Ein Ortsporträt von Gabi Keller

Bauernhäuser gibt es in Hirschhorn noch etliche. Einzelne Höfe werden jetzt aufwändig saniert, originalgetreu mit alten Materialien. Die Landwirtschaft im Haupterwerb spielt im Dorf keine Rolle mehr, sie ist zum Hobby geworden. Zum Beispiel die Schafzucht - das Freizeitvergnügen einer Familie in Hirschhorn. Wenn der Mann mit seiner Arbeit als Automechaniker fertig ist, zieht er als Hirte mit 400 Tieren über die Weiden. Seine Frau versorgt währenddessen die Lämmer.

Ein anderer drechselt die Spinnräder - für die Schafwolle. Doch heute spinnt niemand mehr im Dorf. Spinnräder sind reine Dekoration, ebenso wie die Miniaturfiguren, die ein weiterer Mitbewohner von Hirschhorn in mühsamer Kleinarbeit bemalt. Ein Vierteljahr braucht er, um einen zehn Zentimeter großen Indianer historisch korrekt einzukleiden - nur mit Farbe.

Ganze Szenen aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs sind schon so entstanden. Das zeigt: In Hirschhorn, einem Dorf mit 880 Einwohnern, verbringen die Bürger hauptsächlich ihre Freizeit. Ihr Geld verdienen sie woanders.
Hirschhorn/ Pfalz
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Letzte Änderung am: 30.07.2004, 00.00 Uhr