Ein Ortsporträt von Oliver Wittkowski

Malerisch im Odenbach-Tal im Landkreis Kusel gelegen, kann die 400-Seelen-Gemeinde Reipoltskirchen mit historischen Pfunden wuchern: Der mächtige Turm ihrer Wasserburg erinnert an die Herrschaft des Hauses Hohenfels-Reipoltskirchen vom 14. bis 17. Jahrhundert. Das Sandsteingrabmal der Gräfin Amalie von Leiningen aus dem Jahr 1608 schmückt die Sakristei der Pfarrkirche.

Auch einer der bedeutendsten Tiermaler des 17. Jahrhunderts, Johann Heinrich Roos, stammt aus Reipoltskirchen. Allerdings liegt der Ort in einer strukturschwachen Gegend der Pfalz, die Bewohner müssen erfindungsreich sein, um heute Besucher zu locken: Der Umbau der Wasserburg mit geplanter Gastronomie und "Malschule" im Geiste von J. H. Roos ist in vollem Gange. Der repräsentative Ingweiler Hof beherbergt seit zwei Jahren ein naturnahes Seniorenheim.

Zwei weitere Höfe haben sich auf Biobetrieb und Direktvermarktung spezialisiert. Und schließlich - einen Kutschenführerschein, sogar auf sportlichen Geländekutschen, kann man im Dorf auch machen. Offensichtlich können und wollen sich die Reipoltskirchener keinesfalls auf ihren historischen Pfunden ausruhen.
Reipoltskirchen
Bergstr. 2
67752 Wolfstein
Tel.: 06304/913-0
Fax: 06304/913199
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 420 (Stand: März 2004) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde |
| Geschichte: | 1181 Burgbau durch Reichsherrschaft Hohenfels, 1190 erste urkundliche Erwähnung, 1608 Beginn der Herrschaftteilung des Ortes: Falkenstein, Manderscheid, Ellrodt u.a.; 1631 Tiermaler J.H. Roos wird in Reipoltskirchen geboren, 1797 Französische Herrschaft, 1816 Bayrische Herrschaft, 1945 Französische Besatzungszone, 1988 Landkreis Kusel kauft Burgruine |
| Tourismus: | Tiefburg Reipoltskirchen (wird voraussichtlich eröffnet mit Gastronomie Frühjahr 2005), Villa Rustica (römische Fundstätte) |
| Vereine: | Sängerchor Reipoltskirchen, Musikverein Reipoltskirchen, Tischtennisclub, Turnerfrauen |
Letzte Änderung am: 24.05.2004, 00.00 Uhr