Ein Ortsporträt von Oliver Wittkowski

Hausen gibt es wie Sand am Meer: Knapp 60 Orte mit dem heimeligen Namen fränkischen Ursprungs sind in ganz Deutschland zu finden. Da muss sich das Hunsrückdorf Hausen im Kreis Birkenfeld schon anstrengen, um seine unverwechselbare Identität zu bezeugen. Aber das fällt der 230-Seelen-Gemeinde zwischen Hoch- und Soonwaldhöhen gar nicht so schwer, sie hat ein unverwechselbares Profil: In einer engen Schleife umfließt der Kyrbach die Häuser mit den charakteristischen Schieferdächern. Der Ortskern drängt sich um die alte Kirche mit dem mehrstufigen romanischen Chorturm. Ein bisschen entrückt und sehr anheimelnd wirkt das Dorf in dem Tal, in dem sich Kyr- und Rhaunelbach zum Hahnenbach vereinen.

Rund um den Ort sind noch die Abraumhalden der Schiefergruben zu finden, in denen früher viele Hausener arbeiteten. Inzwischen ist das Dorf mit einstmals vielen Handwerkern zur Wohngemeinde geworden: Von den Landwirten sind die meisten ins weitere Umfeld des Dorfes ausgesiedelt, Berufspendler nehmen lange Arbeitswege bis hin nach Frankfurt in Kauf.

Das heißt allerdings nicht, dass in Hausen nichts los wäre: Ins Auge fällt im Ortskern eine Pferdepension, untergebracht in einem Bauernhaus, dessen Fassade schon in der Hunsrückfilmchronik "Heimat" verewigt wurde. Am Hang über dem Dorf ist Muffelwild angesiedelt, exotische Fische und Kakadus gibt es in Hausen ebenso zu bestaunen.
Sogar Barbarossas Minnesänger Friedrich von Hausen soll aus eben diesem Hausen stammen. Ganz sicher ist das nicht, bei knapp 60 anderen Hausens in Deutschland - aber immerhin möglich. Das verträumte Dorf, umschlungen vom Kyrbach, würde gut zur Vita eines berühmten Dichters passen.
Hausen
Zum Idar 23
55624 Rhaunen
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Letzte Änderung am: 07.05.2004, 00.00 Uhr