Ein Ortsporträt von Lutz Näkel

Im unteren Westerwald liegt in der Nähe der Stadt Montabaur die Gemeinde Berod. Der 540-Einwohner-Ort hat so manches, von dem andere Dörfer nur träumen: Kindergarten, drei Spielplätze, Rasensportplatz, ein hochmodernes Bürgerhaus.

Wie kann Berod sich das leisten? Die Gemeinde ist von Goldgruben umgeben. Es ist das weiße Gold des Westerwaldes, der Ton, der hier gefördert wird. Tonbergbau hat rund um Berod eine lange Tradition. Bis in die 70er-Jahre wurde der begehrte Rohstoff unter Tage abgebaut, heute gräbt man gigantische Löcher in die Erde. Wenn der Ton abgebaut ist, werden die Gruben renaturiert. Teils wird aufgeforstet, teils entstehen Teiche.

Im Zweiten Weltkrieg wäre Berod beinahe völlig zerstört worden, nicht durch Feindeinwirkung, sondern durch eine Unachtsamkeit: Auf dem Rückweg vom Polenfeldzug 1940 machte ein Munitionstransport nachts am Beroder Friedhof halt. Ein Soldat sollte die LKW betanken, entzündete dabei eine Kerze. Damit setzte er den Tanklaster in Brand und wenig später ging die Munition hoch - Granaten schlugen in die Beroder Häuser ein, etliche wurden förmlich zerrissen. Wie durch ein Wunder wurde dabei niemand getötet.
Gemeinde Berod
Gerichtsstr. 1
56414 Wallmerod
Tel.: 06435/508-0
Fax: 06435/50877
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 540 (Stand: 2004) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde mit Tonbergbau |
| Tourismus: | Restaurant "Zum Sakis" |
| Vereine: | Männerchor Berod |
Letzte Änderung am: 22.04.2004, 00.00 Uhr