Ein Ortsporträt von Hermann Götz

Der Boden von Boden, einer kleinen Gemeinde mit 600 Einwohnern, muss ja etwas ganz Besonderes sein. Er enthält das Gold des Westerwaldes: Ton. Zwei große Betriebe im Dorf kümmern sich um den guten Ton, bauen ihn ab und verarbeiten ihn weiter. Ein Teil des Bodens aus Boden wird in andere Länder verfrachtet, in die Benelux-Staaten und nach Frankreich.

Es kommt aber auch neuer Boden nach Boden: Der entsteht so nebenbei bei der Verwertung von Bioabfällen im Westerwaldkreis - Kompost für Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft. Interessanter ist aber das Biogas, das bei der Vergärung entsteht. Damit lässt sich ein Motor betreiben, der dann Strom erzeugt.

Es gibt dadurch zahlreiche Arbeitsplätze in Bodener Betrieben, aber ausgerechnet in der Landwirtschaft spielt der Boden für Boden keine Rolle mehr. Es gibt nicht einmal mehr Nebenerwerbslandwirte im Dorf. Und keinen Bäcker oder Metzger. Aber eine Tankstelle. Und Gaststätten. Und Gaststätten wie Tankstelle haben jetzt darunter zu leiden, dass es inzwischen eine Umgehungsstraße gibt.
Vorher litten fast alle Bodener am Lärm und den Abgasen durch hohes Verkehrsaufkommen und Schwerlastverkehr. Jetzt ist es sehr ruhig geworden. Und wenn man mal etwas Lauteres hört, dann ist das die BBB, die Big Band Boden, eine weitbekannte Musikgruppe. Die gehört hier einfach dazu, zum guten Ton.
Boden
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Letzte Änderung am: 20.10.2003, 00.00 Uhr