Ein Ortsporträt von Petra Martin

So manchem Fremden ist in den Straßen von Neef schon gehörig der Schreck in die Glieder gefahren - manchmal scheint eine Stimme aus dem Nichts zu sprechen. Sieht man genauer hin, entdeckt man an den Häuserwänden Lautsprecher.
Die Stimme aus dem Nichts gehört zu Ortsbürgermeister Winfried Scheid: Ob der Übungstermin der Freiwilligen Feuerwehr ausfällt oder ein Konzert in der Klosterruine Stuben gegeben wird - die Bürger von Neef sind dank Sprechanlage immer auf dem neusten Stand.

Die Klosterruine Stuben war einst ein Ort, in den der Adel die unverheirateten Damen der Familie "entsorgte" - mitunter soll es dort so gar nicht klösterlich-sittsam zugegangen sein.
Die beste Weinlage des Moselörtchens erinnert noch heute an die fröhlichen Schwestern: In den Steillagen des Neefer "Frauenbergs" ernteten einst die Nonnen Rieslingreben.
Die landschaftlich reizvolle Lage Neefs an der Bremmer Moselschleife macht den Ort zu einem beliebten Ziel für Kurzurlauber aus dem Ruhrgebiet. Für sie betreibt die Gemeinde am Ufer der Mosel einen Wohnmobilplatz - morgendlicher Brötchenservice inklusive. Die Schleuse St. Aldegund trägt zwar den Namen des Nachbarorts, gehört
aber zu Neef.

Wer sich die Durchfahrt der Schiffe im Überblick ansehen möchte, sollte den steilen Aufstieg zum Aussichtspunkt Eulenköpfchen wagen - der ehemalige Flakstützpunkt bietet einen unvergesslichen Blick auf den Fluss und die Weinberge. Unterhalb des Eulenköpfchens liegt der einzige Bergfriedhof der Mosel.
Eine alte Tradition besagt, dass in der letzten Kurve vor dem Friedhof die Sargträger Halt machen und den Sarg wenden - damit der verstorbene Neefer noch einmal einen Blick auf seinen Heimatort werfen kann.
Neef
Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Tel.: 06542/701-0
Fax: 06542/70156
Letzte Änderung am: 04.09.2003, 00.00 Uhr