Ein Ortsporträt von Lutz Näkel

Wo heute das Dorf Wehr inmitten eines Talkessels liegt, tobte vor 280.000 Jahren ein glühend heißes Inferno: Damals explodierte hier einer der größten Vulkane der Eifel. Die Katastrophe erwies sich später als Glücksfall. Der Ascheregen bildete mit der Zeit einen sehr fruchtbaren Boden, und so wurde der Talkessel schon in der Steinzeit besiedelt. Dann kamen die Kelten, die Römer und schließlich die Franken, die ein befestigtes Hofgut gründeten: die Keimzelle des Dorfes Wehr.

Heute hat das Dorf rund 1.100 Einwohner. Die Nachwirkungen des Vulkanismus sind für die Wehrer noch deutlich spürbar. Das größte natürliche Kohlensäurevorkommen Europas liegt hier unter der Erde. Überall im Talkessel stehen Behälter, die das Gas auffangen. Dann wird es über Pipelines zur Sammelstation der Firma Carbo geleitet. Aber auch in die Keller der Wehrer Häuser kann die Kohlensäure eindringen. Das kann zur tödlichen Falle werden. Und so nimmt man in Wehr immer eine Kerze mit in den Keller.

Das Wahrzeichen des Dorfes ist die St. Potentinus-Kirche mit ihrem Barockaltar. Der Altar ist 1702 vollendet worden, ein Jahr bevor das Barock laut der Kunstgeschichte in Deutschland Einzug hielt. Warum die Wehrer ihrer Zeit voraus waren? Ein Hobbyhistoriker aus dem Dorf hat´s herausgefunden!
Wehr
Kapellenstr. 12
56651 Niederzissen
Tel. (02636) 9740-0
Fax. (02636) 80146
Letzte Änderung am: 04.08.2003, 00.00 Uhr