Ein Ortsporträt von Peter Thielen

Der ehemalige Korrespondent der FAZ Helmut Herles will im Sommer 1980 den Begriff "Sommerloch" ("Ein Blick ins Bonner Sommerloch") erfunden haben. Seitdem ist "Saure-Gurken-Zeit" vom "Sommerloch" als Ausdruck für die politische Sommerpause in Bonn und Berlin abgelöst worden. In dieser "Tote-Hose-Zeit" für Presse, Rundfunk und Fernsehen fallen Reporter und sogar Politiker seit einigen Jahren in der Gemeinde ein und schnüffeln in jedem Dorfwinkel auf der Suche nach der ganz besonderen Meldung. 1995 standen gleich fünf Fernsehteams auf der Matte.

Sommerloch liegt nordwestlich von Bad Kreuznach, in der Nähe des Nahetals, am Rand des Hunsrücks, harmonisch von Weinbergen umgeben. Die Lagen heißen Sonnenberg, Steindrossel oder Birkenberg, die Straßen im Dorf Weinbergstraße, Schulstaße oder Zehnmorgen. Mitten im Ort steht die Filialkirche St. Ägidius aus dem Jahre 1789, gerade frisch renoviert.
Sommerloch ist eigentlich ein Dorf wie viele andere, mit Weinbau, einigen Gewerbebetrieben und ein wenig Fremdenverkehr, wäre da nicht der medienträchtige Name. Doch der hat eigentlich nichts mit der "Saure-Gurken-Zeit" zu tun.

Anno 1158 wurde Sommerloch erstmals urkundlich erwähnt als "Sumerlachen" in den Güterverzeichnissen des Klosters Rupertsberg bei Bingen. "Sumer" bedeutet nach Süden gelegen und "lache" eine feuchte Mulde, schrieb Altlehrer Johann Thielen in die Dorfchronik.
Sommerloch
Nahestr. 63
55593 Rüdesheim
Tel.: 0671/371-0
Fax: 0671/37159
Letzte Änderung am: 13.06.2003, 00.00 Uhr