Ein Ortsporträt von Gabriele Heyder

Albisheim liegt mitten im Zellertal. Die 1.700 Menschen hier schauen auf eine bewegte Geschichte von Gönnern und Stiftern zurück. Angefangen hat alles mit König Ludwig dem Deutschen, der dem Ort im Mittelalter Wald und Weideland schenkte. Über die Jahrhunderte hinweg kamen die Albisheimer immer wieder in den Genuss von Schenkungen oder Stiftungen.

Die wohl bewegendste Stifter-Geschichte des Ortes ist die von Yvonne Vogt-Gümbel. Ihr Vater August Gümbel stammt aus einer jüdischen Familie in Albisheim. Die Tochter hatte in einer aufgezeichneten SWF-Radiosendung eine Würdigung ihres Vaters als Heimatdichter gehört. Spontan stiftete die Schweizerin Ende der 80-er Jahre mehrmals hohe Summen für den finanziell angeschlagenen Ort. Seitdem gibt es die Yvonne Vogt-Gümbel-Stiftung, mit der soziale Projekte des Orts unterstützt werden. Sie sieht dies als eine Art Versöhnung mit der ehemaligen Heimat ihres Vaters. Viele Freunde und Verwandte der inzwischen evangelischen Familie wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Der ehemalige Ortsbürgermeister Gernot Fürwitt war von der versöhnlichen Geste Yvonne Vogel-Gümbels so bewegt, dass er später schrieb: "Reich hat uns aber nicht das Geld gemacht, sondern die Begegnungen mit unbesiegbarer Vergebungsbereitschaft."
Albisheim
Freiherr-vom-Stein-Str. 1 - 3
67307 Göllheim
Tel.: 06351/4909-0
Fax: 06351/6023
Letzte Änderung am: 24.03.2003, 00.00 Uhr