Ein Ortsporträt von Arnold Groß
aus der Sendung vom Dienstag, 2.6.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Im Jahre 1016 bestand Giesdorf urkundlich verbrieft gerade einmal aus einem Haus und einer Mühle. Fast 1000 Jahre später ist das Eifelörtchen bei Prüm noch immer recht überschaubar.
Giesdorf hat etwa 120 Einwohner, wovon immerhin 30 jünger als 18 Jahre alt sind – eine Folge des verstärkten Zuzugs junger Familien aus der Region. Die Erwerbslosenquote des Dorfes liegt bei phänomenalen 0 Prozent. Hauptarbeitgeber sind die Großmolkerei MuH in Pronsfeld sowie ein Motorsägen- und ein Bauelementehersteller in Weinsheim.

Aber auch Giesdorf selbst bietet Arbeit. Es gibt sieben landwirtschaftliche Betriebe im Ort, davon vier im Haupterwerb. Einige haben akut unter dem Milchpreisverfall zu leiden. Die Bauern haben sich allerdings mit einer stromerzeugenden Biogasanlage ein weiteres Standbein geschaffen. Ein Getränkegroßhandel, ein Motorsägen-Händler, ein Sägewerk und eine Schreinerei gehören ebenfalls zu den Gewerbebetrieben von Giesdorf.
Ein Luxemburger Neubürger hat in dem kleinen Eifeldorf eine moderne Geschäftsidee verwirklicht. Er verkauft und vermietet Quads, geländegängige, vierrädrige Spaß-Gefährte. Ausprobieren kann man sie direkt neben dem Geschäft. Dort gibt es einen kleinen Quad-Parcour, der besonders gerne von Kindern und Jugendlichen genutzt wird.

Markanteste Gebäude im Dorf sind die kleine, in den 1930er Jahren gebaute Kapelle Sankt Apollinaris, in der seit 20 Jahren alle Giesdorfer Kinder getauft werden, und ein imposantes Haus im Tiroler Stil. Es ist die der steingewordene Jugendtraum eines Giesdorfer Alpenfans, der das Haus eigenhändig in 12jähriger Bauzeit errichtet hat.
Auch der Natur- und Wanderfreund findet rund um Giesdorf im Naturschutzgebiet Schönecker Schweiz ein lohnendes Ziel.

Giesdorf
Verbandsgemeinde Prüm
Tiergartenstr. 54
54595 Prüm
Tel.: 06551/943-0
Fax.: 06551/943133
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 129 (Stand: Dezember 2007) |
| Gemeindeart: | Landwirtschaftlich geprägte Gemeinde mit drei Nebenerwerbs- und vier Vollerwerbsbetrieben sowie mehreren anderen Gewerbebetrieben: Motorsägenhändler, Schreinerei, Giesdorfer Holzwerk (Sägewerk), Nimstaler Getränkehandel Lentz (der größte nicht-konzerngebundene in der Eifel) und Quad-Unternehmen Ewrard. Hauptarbeitgeber außerhalb von Giesdorf: Milchunion Hocheifel (MuH) in Pronsfeld, Stihl Motorsägenhersteller und Bauelementehersteller (beide in Weinsheim), Erwerbslosenquote: 0 Prozent!, Neubaugebiet |
| Geschichte: | 1016 bestand der Ort aus einem Haus und einer Mühle und gehörte zum Marienstift in Prüm. |
| Tourismus: | Sehenswürdigkeit: Filialkapelle St. Apollinaris, Wandern im Naturschutzgebiet Schönecker Schweiz |
| Vereine: | Freiwillige Feuerwehr (ist der Prümer FW angeschlossen), ansonsten vereinsmäßig an Rommersheim angeschlossen |
Letzte Änderung am: 08.05.2009, 23.41 Uhr