Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels
aus der Sendung vom Donnerstag, 5.2.2009 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Zugegeben: Die Lawinengefahr ist hier nicht so groß wie am Passo del San Bernardino in der Schweiz. Aber das bekannteste Symbol dieses Alpenpasses lebt hier im Bitburger Land, in Koosbüsch: ein Lawinenhund mit dem Schnapsfässchen um den Hals, Paul, der Bernhardiner. Und auch Berge gibt es hier, wenngleich nicht ganz so hoch wie in den Alpen. Ganz oben auf dem Berg liegt Koosbüsch. Deswegen hat es ringsum den Spitznamen „Crazy Hill“.
Das Bergdörfchen Koosbüsch ist ein abgelegener Ortsteil der Gemeinde Wissmannsdorf und zählt rund 300 Einwohner. Entstanden ist die Siedlung erst vor etwa 170 Jahren. Sie wurde von Köhlern gegründet, die damals die kleinen Eisenhütten in der Südeifel mit Holzkohle versorgten. Die Köhler waren es auch, die dem Dorf den Namen gaben: „Koos“ ist die mundartliche Abwandlung des gallisch-lateinischen Begriffs „casnus“ für die Eiche. Mit „Büsch“ wird in der Mundart ein Wäldchen bezeichnet. Koosbüsch bedeutet also soviel wie „Eichenwäldchen“.
Stolz ist Koosbüsch auf das Neubaugebiet mit bereits zehn Häusern. Denn wenn junge Familien hier bauen können, gibt es genügend Nachwuchs, um das Dorfleben zu erhalten. Die alten Bräuche sind hier noch sehr lebendig. So sammeln Anfang Februar die Jungen des Dorfes im Wald trockene Zweige und Äste („Schanzen“), damit am Sonntag nach Fastnacht der Winter mit einem großen Feuer verabschiedet werden kann. Mädchen dürfen da normalerweise nicht mitmachen – das wäre nur in einem Schaltjahr erlaubt. Tradition hat auch die Gemeinschaftsarbeit: Wichtige Aufgaben für das Dorf werden von den Männern bei freiwilligen Arbeitseinsätzen erledigt – zum Beispiel die Neugestaltung des Friedhofs. Dann ist übrigens Paul, der Bernhardiner mit dem Schnapsfässchen, ein gern gesehener Gast.
Was es sonst noch gibt auf dem Crazy Hill: Einen Baggerfahrer, der einen Patentflaschenöffner erfunden hat. Einen Airbrush-Maler, der phantasievolle Gestalten zaubert. Und eine Coverband, die regelmäßig in der alten Handschuhfabrik übt. Wie die heißt? Natürlich: „Crazy Hill“.

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| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 300 (1.1.2009) |
| Vereine: | Spielgemeinschaft Echtersbach Freiwillige Feuerwehr Koosbüsch |
| Gemeindeart: | Ländliche Wohngemeinde |
| Geschichte: | Ab 1834 als Köhlersiedlung entstanden. Die Köhler gaben dem Ort auch den Namen: Koosbüsch heißt Eichenwäldchen. Ortsteil der Gemeinde Wissmannsdorf. |
| Tourismus: | In direkter Nachbarschaft: der Biersdorfer Stausee mit vielen Wanderwegen und das Golf-Resort Bitburger Land |
Letzte Änderung am: 16.01.2009, 23.44 Uhr