Ein Ortsportrait von Harald Hort
aus der Sendung vom Dienstag, 16.12.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
Mit seinen rund 1.300 Einwohnern ist Sehl ein ganz beachtlicher Stadtteil von Cochem. Da ist aber noch mehr Besonderes, außer der Größe: Die Lage zum Beispiel. Direkt an der Mosel mit Aussicht auf die steilen Weinberge gegenüber. Die schönen alten Häuser überall im Ort. Der Dom - aber Vorsicht! So heißt die Antoniuskapelle im Volksmund und das ist die kleinste der drei Kirchen im Ort. Da ist die Cochemer Rudergesellschaft, die ihr Bootshaus und vor allem den Anleger in Sehl hat. Außerdem trainiert hier ein Deutscher Jugendmeister (bei jedem Wetter).
Sein Trainer hat übrigens eine in diesem Zusammenhang ungewöhnliche Passion: er züchtet erfolgreich Orchideen. Auf keinen Fall darf man das Kloster Ebernach vergessen. Es ist eine große Behinderteneinrichtung, in der zur Zeit 276 Menschen mit fast ebenso vielen Betreuern leben. Das Besondere an diesem "Stadtteil im Stadtteil": Die Behinderten können sich auf ausgefallene Art beschäftigen. Es gibt ein klostereigenes Weingut, einen Streichelzoo, Turnhalle und Hallenbad.
Die Sport-Mannschaften aus Sehl/Kloster Ebernach sind sogar international (etwa bei den Specialympics in Peking) spitze. Vor allem aber die Künstlergruppe "Ausdruck" verdient Beachtung. Behinderte Menschen schaffen anerkannte Kunstwerke, die schon auf vielen Ausstellungen zu sehen waren und auch in der Kloster-Galerie zu sehen sind.

Sehl
Markt 1
56812 Cochem
Tel: 02671/609-0
Fax: 02671/609-60
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 1101 (Stand: Dezember 2008) |
| Gemeindeart: | kleiner Moselweinort im Ferienland Cochem, von Tourismus und Weinbau geprägt |
| Geschichte: | Der Ort wird zuerst im Jahr 1136 als "Sele" genannt; hier hatte das Prümer Marienstift Besitz. Am 1. Oktober 1932 nach Cochem eingemeindet. Sehl besitzt eines der ältesten Fachwerkhäuser der gesamten Moselregion. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1999 wurde das Haus mit intaktem Fachwerk aus dem Jahr 1374/1375 entdeckt. Während das Sockelgeschoss aus dem für die Region typischen Moselschiefer errichtet wurde, schließt sich darauf aufbauend das im Originalzustand erhaltene Fachwerk an. Lediglich die Dachkonstruktion ist neueren Datums. Die Sankt Antonius-Kapelle in Sehl wird auch Sehler Dom genannt. Das spätgotische Chor des Gotteshauses wurde entsprechend einer Stifterurkunde des Trierer Erzbischofs Johann II. von Baden aus dem Jahr 1493 als Filialkirche der Pfarrei Cochem errichtet. Das eigentliche Kirchenschiff stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde zuletzt im Jahr 2001 renoviert. Sehl ist seit dem 21. September 2002 SWR1 Gemeinde. |
| Tourismus: | 6 Hotels, mehrere Restaurants und Gaststätten, ausgeschilderte Wanderwege ( u.a. Moselhöhenweg ) Haltestelle von der Moselwanderroute für Kajakfahrer, besondere Feste: 30. April Maibaumfest von der Sehler Feuerwehr, im Juli Moseluferfest der Sehler Feuerwehr, 2. Wochenende im September Sehler Quetschefest, seit Jahren ist Sehl das Sommer–Urlaubsdomizil von Ministerpräsident Kurt Beck und seiner Frau |
| Vereine: | Sehler Quetschefest Verein, Möhnenverein. Feuerwehr, Männerquartett, Behindertensportgruppe Fortuna Ebernach, Tanzgruppe Moselglück |
Letzte Änderung am: 09.12.2008, 00.42 Uhr