Ein Ortsporträt von Thomas Keck
aus der Sendung vom Freitag, 24.10.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Ihr Leben war karg, arm und beschwerlich: Köhler hatten einst die Aufgabe, aus Holz Kohle zu machen. Von den Köhlern und ihren schwarzen Kohlemeilern hat das Dorf Schwarzerden angeblich seinen Namen. Schwarz ist die Erde hier nicht und auch nicht besonders fruchtbar. Trotzdem war Schwarzerden einst ein Bauerndorf. Heute ist das kleine Dorf im Hunsrück, am Rand des Soonwaldes, fast ein reiner Wohnort.

Der höchstgelegene Ort in der Verbandsgemeinde Kirn-Land wurde vor fast 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Ganz in der Nähe gibt es Reste eines keltischen Ringwalls. Ein paar schön restaurierte Fachwerkhäuser und ein kleines Neubaugebiet geben dem Dorf sein Gesicht.

Eine Kirche gibt es zwar nicht, aber dafür den „Dorfmittelpunkt“. So nennen die Schwarzerdener einen ehemaligen Bauernhof, den der Dorf- und Verschönerungsverein zum Treffpunkt mit Gaststätte und Spielplatz umgebaut hat. Aus der ehemaligen Schule wurde zusätzlich ein Dorfgemeinschaftshaus für die Vereine. Auch ein paar kleine Handwerksbetriebe gibt es in Schwarzerden. Nur Köhler gibt es hier schon lange nicht mehr.

Schwarzerden
Bahnhofstr. 31
55606 Kirn
Tel.: 06752/138-0
Fax.: 06752/13860
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 292 (Stand: 2008) |
| Gemeindeart: | ländliche Wohngemeinde |
| Geschichte: | erstmals urkundlich erwähnt wurde Schwarzerden im Jahr 1325, als Erzbischof Balduin von Trier Rechte an der Siedlung vom Ritter Friedrich von Steinkallenfels erwarb. Neun Jahre später wird ein Wald namens "Schwartzerdyn" erwähnt, den der Erzbischof ebenfalls kaufte. Schwarzerden gehörte während des Mittelalters zum Hochgericht Kellenbach. Ursprünglich waren wohl ausschließlich die Herren von Steinkallenfels befugt, in diesem Gerichtsbezirk Recht zu sprechen. Später wurde dieses Recht durch Erbteilung, Verkäufe und Lehensaufträge unter mehreren Landesherren aufgeteilt. Im Jahr 1601 gab es in Schwarzerden 14 Feuerstellen, d.h. Häuser. 1702 lebten elf Familien in Schwarzerden, 1766 waren es bereits 44 Haushaltungen. 1800 wurde das Dorf im Zuge der französischen Gebiets- und Verwaltungsreformen Teil der "Mairie" Monzingen. 1816 kam Schwarzerden zur Bürgermeisterei Gemünden im preußischen Landkreis Simmern. Seit 1970 ist Schwarzerden Teil der Verbandsgemeinde Kirn-Land. |
| Tourismus: | Agenda-Rundwanderweg |
| Vereine: | Sportverein, Landfrauen, Freiwillige Feuerwehr, Sportschauguckerclub, Gemischter Chor |
Letzte Änderung am: 10.10.2008, 23.28 Uhr