Ein Ortsporträt von Gabi Keller
aus der Sendung vom Sonntag, 8.11.2009 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz
In Grethen-Hausen, einem Ortsteil von Bad Dürkheim, wird der Blick magisch nach oben gezogen. Denn hoch auf dem Limburgberg thront majestätisch die Ruine der gleichnamigen Salierburg. Im 9. Jahrhundert wurde sie auf einer keltischen Bergfeste errichtet. Sie war Kaisersitz und Benediktinerkloster, bevor sie 1504 zerstört wurde. Heute steht sie als europäisches Kulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Es finden hier Konzerte statt und in der wieder aufgebauten Krypta lassen sich Brautpaare trauen.
Am Fuß der Burg liegt Grethen-Hausen. Der Ortsteil Hausen ist in den 60er Jahren als Neubaugebiet enstanden. Grethen ist wesentlich älter und wird durch die Bundesstraße nach Bad Dürkheim in zwei Bereiche geteilt. Hier stehen die historischen Gebäude wie die zwei Kirchen, das alte Schulhaus und die ehemalige Herzogmühle, in der sich jetzt das Pfalzmuseum für Naturkunde befindet. Die Museumspädagogen wollen über Exkursionen, Seminare und Ausstellungen vor allem Schulkindern die heimische Natur nahe bringen. So wird ein 1869 in der Pfalz eingeschlagener und im Museum ausgestellter Meteorit Thema für verschiedene museumspädagogische Aktionen.
Gegenüber dem Museum, auf der anderen Seite der B 37, befindet sich der größte von mehreren Teichen im wasserreichen Grethen-Hausen: der Herzogweiher. Seit 30 Jahren wird er vom Angelsportclub betreut. Andere engagierte Einwohner haben die zahlreichen Quellen in und um Grethen-Hausen gesucht und freigelegt: bisher sind es 200. Mit einer beruflichen Idee hat eine Ortsbewohnerin sich selbstständig gemacht: Sie übernimmt Haus- und Tiersitting oder betreut Senioren, wenn die Angehörigen in Urlaub sind. Zum Beispiel beim Hunde-Sitting kann sie dann das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: Nämlich Gassi-Gehen auf dem Wanderweg zur malerischen Limburg.

Grethen-Hausen
Mannheimer Straße 24
67098 Bad Dürkheim
Tel: 06322/935-0
Fax: 06322/8485
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 2048 (Stand: Juni 2008) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde |
| Geschichte: | ca. 500 v.Chr. keltische Besiedlung und Fürstensitz; ab ca. 50 v. Chr. römische Besiedlung; 773 erste Erwähnung als Crothincheim; ab ca. 950 Salierburg Limburg; um 1025 Baubeginn des Kloster Limburg; um 1136 für ca. 100 Jahre Kloster in Hausen; 1504 Zerstörung der Limburg. Der Ort wird in Folge geteilt, zwischen Kurpfalz und Leiningen. 1785 Kirchenbau der Protestanten; 1792 Kirchenbau der Katholiken; 1850 Bau eines Schulhauses; 1887 Bau der heutigen protestantischen Kirche; 1928 Bau eines Rathauses; 1935 Eingemeindung nach Bad Dürkheim, das Rathaus wird zum Kindergarten; 1969 Naubau der Schule; 1981 die Herzogmühle wird zum Pfalzmuseum |
| Tourismus: | Rundwanderwege, europäisches Kulturerbe Klosterruine Limburg, Pfalzmuseum für Naturkunde, Herzogweiher und Schlangenweiher, drei Gaststätte, Ferienwohnungen, 1. Sonntag im Mai Kerwe (Freitag - Dienstag), im August Fischerfest |
| Vereine: | Sport- und Kulturgemeinschaft Grethen e.V., Angelsportclub Isenach, Naturfreunde Grethen, Aktion Limburg e.V., Obstbauverein Grethen |
Letzte Änderung am: 05.09.2008, 23.54 Uhr