Ein Ortsporträt von Markus Bundt
aus der Sendung vom Sonntag, 17.5.2009 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wofür andere 250 Jahre brauchen, das schaffen die Oberalbener in nur 13 Jahren. Als Das Dorf in der Nähe von Kusel seine 600-Jahrfeier vorbereitete, tauchten Akten auf, die belegten, dass der Ort schon viel früher gegründet worden war. Aber weil die Oberalbener eben gerne feiern, ließen sie sich die Festivitäten zum 600-jährigen Bestehen nicht entgehen und begingen kurzerhand wenige Jahre später die 850-Jahr-Feier.
Bekannt ist Oberalben vor allem für sein Auswanderermuseum. Es gab Zeiten, da wollten die Menschen im Musikantenland rund um Kusel vor allem eines: Auswandern nach Amerika ! Millionen von Menschen haben damals den beschwerlichen Weg auf sich genommen. Das Auswanderermuseum versucht, einen Eindruck von den Lebensumständen zu geben, mit einem Planwagen, wie er über die amerikanische Prairie gezogen wurde und einem rekonstruierten Schiffsrumpf, in dem die Auswanderer mehrere Wochen ausharren mussten.

Einer der letzten Musikanten im Musikantenland ist der Musiker und Produzent Dieter Schnappka. Mit verschiedenen Bands war er schon in der ganzen Welt unterwegs und kehrt doch immer wieder nach Oberalben zurück, um hier Ruhe für seine Arbeit zu finden. Der begeisterte Bassist hat sich ein aufwändiges Tonstudio eingerichtet, in dem er seine eigenen Stücke, aber auch die von anderen Musikern einspielt.
Auch die Kissels haben es sich und ihren Tieren in Oberalben gemütlich gemacht. Die Familie zog aus der Vorderpfalz hierher und kaufte einen alten Bauernhof. Dort halten sie mittlerweile Ziegen, Kühe, Pferde, und Hühner und machen Führungen für Kinder. Der Erlebnisbauernhof wurde am Anfang kritisch beäugt, doch heute gehören auch die Kissels zur Dorfgemeinschaft dazu. Auch die Bäckerei der Familie Gerthner hat sich etabliert. Der Betrieb ist Mitglied der Kulinarischen Landstraße, einer Vereinigung, die mithilft, die Produkte aus der Region besser zu vermarkten. Neben verschiedensten Broten gibt es im Hofladen auch Laugenbrezeln, Kekse und Müsliriegel aus eigener Produktion.

Als die Menschen in der Westpfalz noch arm waren, ging man auch mit dem Essen sparsamer um als heute. Gefüllte Kartoffelklöße waren damals ein beliebtes Rezept. Sie machten satt und man konnte die Reste vom Vortag gut verwerten. Wie viele „arme-Leute“-Rezepte sind auch die „Auswandererknepp“ ein wohlschmeckender Geheimtipp. Im Auswanderermuseum in Oberalben kennt man das alte Rezept noch.

Oberalben
Marktplatz 1
66869 Kusel
Tel: 06381/918-0
Fax: 06381/918280
Letzte Änderung am: 02.05.2008, 23.26 Uhr
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