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Kail

Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

aus der Sendung vom Donnerstag, 6.3.2008 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Kail liegt auf einer Eifel-Hochfläche, direkt oberhalb des Moseltales. Schon die Kelten haben sich hier wohlgefühlt, denn der Name geht wohl auf das keltische Wort "Cayol" zurück, das einfach Siedlung bedeutet. 1310 wurde Kail erstmals urkundlich erwähnt. Heute zählt das Dorf 332 Einwohner. Am Rand des Dorfes liegt die Pfarrkirche St. Bartholomäus. Hier hat während der Nazi-Zeit ein Mann gewirkt, der nicht nur "A", sondern auch "B" gesagt hat: Pfarrer Joseph Höffner, der viel, viel später Kardinal und Erzbischof von Köln geworden ist. Er hat damals ein jüdisches Mädchen aus Berlin bei einer Familie in Kail versteckt, bis mit dem Kriegsende die Lebensgefahr vorbei war. Ältere Kailer Frauen erinnern sich heute noch an ihre Freundin Lisa, deren Geheimnis sie natürlich erst viel später erfahren haben. Nach dem Krieg ging Lisa Lehnert mit ihren Eltern in die USA. Im Oktober 2007 kam sie noch einmal zum Besuch nach Kail: ein freudiges Wiedersehen nach sechs Jahrzehnten.

In einem futuristischen Gebäude, das auf den ersten Blick im Ortsbild etwas überraschend wirkt, arbeitet ein Mann, der den Namen Kail in der ganzen Welt bekannt gemacht hat: Hubertus Vallendar, einer der besten Edel-Brenner Deutschlands. Ganz besonders hat es ihm der Rote Weinbergspfirsich angetan, für dessen Wiederanpflanzung er auf den Hängen der Terrassenmosel gesorgt hat, damit er ein edles Destillat aus den Früchten herstellen kann. Gleich gegenüber hat Jürgen Berens seine Schmiedewerkstatt. Er hat aus der alten Dorfschmiede des Vaters einen Betrieb für Metallgestaltung gemacht und eigene Möbelkollektionen aus Edelstahl und Glas entwickelt. Nach Feierabend geht Jürgen Berens mit seinen Freunden von den "Calmont-Bläsern" auf die Eifelhöhen ringsum und spielt ein gebirgiges Instrument: Alphorn.

"Ein Dorf singt A" - das ist ein Videoprojekt in Kail, bei dem alle Dorfbewohner zu Wort kommen. Die Künstlergruppe "Kulturtransistor" hat neue Ideen in das Eifeldorf gebracht. Vor einem Jahr sind die drei Künstler aus Wien nach Kail gekommen und haben den alten "Fränkischen Hof" gekauft, den sie nun restaurieren. Ein kleines Café ist schon fertig, in dem sich die Kailer treffen können.

Kail - Karte

Kail

Verbandsgemeinde Treis-Karden

Am Rathaus 1
56253 Treis-Karden
Tel: 02672 / 61-0
Fax: 02672 / 6118

E-Mail:
vgtreis-karden.vgtk@lcoc.de
Internet:
www.treis-karden.de
Daten & Fakten
Einwohnerzahl:332 (Stand: Februar 2008)
Gemeindeart:Landwirtschaftlich geprägte Gemeinde auf den Eifelhöhen
Geschichte:Erste urkundliche Erwähnung 1310. Während der Nazi-Zeit versteckt Pfarrer Joseph Höffner (später Kardinal und Erzbischof von Köln) ein jüdisches Mädchen.
Tourismus:Brennerei Hubertus Vallendar mit Shop
In der Nähe ist der Martberg mit einem keltisch-römischen Heiligtum
Wanderwege von der Eifel zur Terrassenmosel
Vereine:Freiwillige Feuerwehr
Frauengemeinschaft
Leseverein
Musikverein Kaul e.V.
Sportverein Kail
Internet:www.kail-eifel.de


Letzte Änderung am: 27.02.2008, 11.35 Uhr

Sendezeit Montags bis freitags

18.55 Uhr

Wiederholung
Dienstags bis freitags
08.00 Uhr

Weitere Sendezeit Hierzuland am Wochenende

Samstags und sonntags um 18.05 Uhr im SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

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