SENDETERMIN Fr, 21.12.2007 | 18.45 Uhr

SENDETERMIN Fr, 21.12.2007 | 18.45 Uhr

Dhron

Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Dhron liegt ein wenig im Schatten. Zum einen im wörtlichen Sinne, da die steilen Bergflanken im engen Dhrontal tatsächlich viele Schatten auf das Dorf werfen. Zum anderen im übertragenen Sinne, denn das stille Winzerdorf steht im Schatten der Nachbardorfes Neumagen, das mit seiner römischen Vergangenheit fast die ganze Aufmerksamkeit der Touristen für sich beansprucht. Zusammen mit den Nachbarn bilden die rund 800 Einwohner von Dhron die Gemeinde Neumagen-Dhron.

Dhron ist ein uraltes Mühlendorf an der Mündung des Dhron-Flüsschens in die Mosel. Gegründet wurde es 752 von Angehörigen des Klosters Prüm, die sich hier mit einer Fischerei niederließen. Zehn Mühlen klapperten einst an der Dhron. Der letzte Müller, der erst 1995 aufgegeben hat, ist Josef Ensch von der Enschenmühle. Wasserrad und Mahlwerk sind tadellos in Schuss, so dass er die Mühle noch gelegentlich in Betrieb nimmt, damit nicht alles einrostet. Eine ganz moderne, nagelneue Mühle hat Norbert Heydt aufgemacht: Er stellt kaltgepresstes Traubenkernöl her, das sich zu einer kulinarischen Spezialität von der Mosel entwickeln soll.

Noch ein altes Handwerk hat Spuren hinterlassen: Die Zunft der Weinschröter. Das waren jene Männer, die die schweren Weinfässer aus den Kellern zu den Moselschiffen transportieren mussten. Thomas Bolligs Urgroßvater war ein solcher Schröter – und deshalb hat er sein Weingut „Weinschröterhof“ genannt. An einem Holzmodell in der Weinstube kann man sehen, wie die Weinschröter gearbeitet haben.

So klein Dhron auch sein mag: Mitten im Ort gibt es einen „Domfreihof“ – aber keinen Dom. Die Leute, die hier wohnen, werden „Domherren“ genannt – wie der Winzer Franz Feilen, in Dhron nur als „Dom-Franz“ bekannt. Und der verrät das Geheimnis: An dem Platz stand die alte Kirche, „Dom“ genannt, bis 1910 die neue, mächtigere Dreifaltigkeitskirche geweiht wurde. Aber der alte Name „Domfreihof“ ist geblieben.

Fünf Kilometer talaufwärts liegt noch ein weiteres Mühlendorf, das zu Neumagen-Dhron gehört: Papiermühle mit 300 Einwohnern. Hier fließen die Kleine und die Große Drohn zum Dhron-Fluss zusammen. Deswegen wird das Dorf auch „Zween-Dhron“ – auf hochdeutsch „Zwei-Drohn“ genannt.


Dhron

Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron

Römerstraße 137
54347 Neumagen-Dhron
Tel: 06507/9255-0
Fax: 06507/925555

www.neumagen-dhron.de


Daten & Fakten
Einwohnerzahl:800 (Stand: Juli 2007)
Gemeindeart:Vom Weinbau geprägtes Dorf
Geschichte:752 als Fischerei-Siedlung des Klosters Prüm gegründet. Der Dhron-Fluss war bestens geeignet für Wssermühlen, so dass einst zehn Mühlen in Betrieb waren. Seit Juni 1969 mit dem Nachbardorf Neumagen zur Gemeinde Neumagen-Dhron zusammengeschlossen.
Tourismus:Wanderwege im Dhrontal und an der Mosel, Weinproben in Winzerstuben und auf Weingütern
Vereine:Heimat- und Verkehrsverein , Kirchenchor, Bauern- und Winzerverband, Winzerkapelle „Mosella“

Stand: 07.12.2007, 23.50 Uhr

aus der Sendung vom

Fr, 21.12.2007 | 18.45 Uhr