Ein Ortsporträt von Gabi Keller

Gimmeldingen, früher ein vorderpfälzisches Weindorf, ist heute ein Ortsteil von Neustadt mit einer langen Historie. Ein Kultbild erinnert an einen römischen Mithras-Tempel aus dem Jahr 325 n.Ch. Viele der eindrucksvollen Gebäude stammen noch aus dem Mittelalter. Die größten und prächtigsten Villen aber sind nach 1900 gebaute Weingüter. Besonders bekannt ist die Gimmeldinger Meerspinne, eine Großweinlage, die bis nach Neustadt reicht. Einer der vielen Winzerhöfe wird heute in der sechsten Generation bewirtschaftet. Der dort produzierte Bio-Wein steht im In- und Ausland auf den Weinkarten der besten Gastronomen.

Aber die alten Winzerhäuser dienen auch als Atelier und Werkstatt: Zum Beispiel einem Mann, der sich auf extravagante Keramik-Öfen spezialisiert hat. Jeder seiner Öfen ist ein Unikat und wird der Architektur des künftigen Standortes angepasst. In einem anderen Winzerhaus entstehen hochmoderne, phantasievolle Schmuckstücke – angefertigt von einer eigenwilligen Goldschmiedin. Demnächst wird vor der Laurentiuskirche die überlebensgroße Plastik ihres Namensgebers stehen. Ein Künstler aus Bolivien fertigt die Skulptur derzeit in einer Gimmeldinger Schlosserei an. Dabei verwendet der Bildhauer aus den Anden nur Altmetall, das die Ortsbewohner ihm gebracht haben.

Finanziert wird das Projekt mit Spenden und den Einnahmen des Gimmeldinger Mandelblütenfestes. Ein Fest, das jedes Frühjahr stattfindet und zu dem viele Auswärtige kommen. Dann ist die Mandelblütenkönigin im Einsatz und der ganze Ort blüht rosa.

Gimmeldingen
Marktplatz 1
67433 Neustadt a. d. Weinstraße
Tel: 06321/855-0
Fax: 06321/855280
Letzte Änderung am: 23.11.2007, 23.35 Uhr