SENDETERMIN Fr, 2.11.2007 | 18.45 Uhr

Dohr

Ein Ortsporträt von Thomas Keck

Was haben der Heilige Nikolaus und Astrid Lindgren gemeinsam? Sie haben beide ein Haus in Dohr, einem Dorf an der Mosel. Nikolaus ist der Schutzpatron der Dohrer Kirche, und nach der schwedischen Kinderbuch-Autorin Astrid Lindgren ist die Sonderschule in Dohr benannt. Dort werden behinderte Kinder aus dem ganzen Kreis Cochem-Zell und darüber hinaus unterrichtet. Auch einen Sonderkindergarten gibt es im Ort.


Der Name Dohr leitet sich vom keltischen Wort „Dunon“ ab, was „befestigte Anhöhe bedeutet. Zweimal in seiner Geschichte, 1720 und 1852, ist das Dorf fast vollständig abgebrannt. Auch die beiden Weltkriege hinterließen tiefe Spuren. Doch die letzten fünfzig Jahre haben das Dorf aufblühen lassen. Bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts war Dohr rein landwirtschaftlich geprägt. Die selbständige Mosel-Höhengemeinde hatte damals gut 200 Einwohner. Um 1955 entstand ein paar Kilometer weiter der Fliegerhorst Büchel, und in den sechziger Jahren kam ein Betrieb für Maschinenbau in den Ort.


Dohr bekam viele neue Bürger und ist inzwischen auf mehr als 700 Einwohner gewachsen. Die Einwohnerzahl hat sich also innerhalb eines halben Jahrhunderts verdreifacht. Ein Gemeindehaus und ein Schul- und Sportzentrum wurden gebaut. Die „gute Stube“ des Dorfes ist der Brunnenplatz, der 2005 im Rahmen der Dorferneuerung angelegt wurde. So hat das Dohr von heute mit dem alten Bauerndorf von einst nichts mehr gemein. Außer vielleicht, dass der Heilige Nikolaus hier, wie gesagt, nach wie vor sein Haus hat.


Dohr

Verbandsgemeinde Cochem-Land

Ravenéstr. 61
56812 Cochem
Tel: 02671/608-0
Fax: 02671/608140

Daten & Fakten
Einwohnerzahl:684 (Stand: 2006)
Gemeindeart:Wohngemeinde mit Maschinenbau-Betrieb und etwas Landwirtschaft
Geschichte:Der Name Dohr wird abgeleitet vom keltischen "Dunon" (befestigte Anhöhe"). Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf im Jahr 1210. 1563 bestand Dohr aus fünfzehn Häusern. Zweimal in seiner Geschichte, 1720 und 1852, ist Dohr fast vollständig abgebrannt. 1959 siedelte sich die Dohrer Maschinenbau GmbH, ein Zweigwerk der Fa. Kampf, im Ort an. Dadurch und durch den neu entstandenen Luftwaffenstützpunkt Büchel ist Dohr in wenigen Jahrzehnten um das Dreifache gewachsen und hat sich von einem kleinen, armen Bauerndorf zu einer ansehnlichen Wohngemeinde entwickelt. Der Ort bekam ein Gemeindehaus und ein Schul- und Sportzentrum. Außerdem befinden sich ein Kindergarten und eine Förderschule für behinderte Kinder im Dorf.
Vereine:Insgesamt 12 Vereine, unter anderem Tischtennsiclub, Verschönerungsverein, Möhnenverein, Feuerwehr, Musikverein


Stand: 24.10.2007, 02.26 Uhr

aus der Sendung vom

Fr, 2.11.2007 | 18.45 Uhr