Ein Ortsporträt von Christian Gallon
Sendung vom Freitag, 3.8.2007 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Schneppenbach liegt - zwischen Kirn und Simmern - im Lützelsoonwald. Rund 300 Menschen leben in der Hunsrückgemeinde. Die Ortsgeschichte von Schneppenbach ist mit der auf seiner Gemarkung errichteten Schmidtburg eng verbunden. Die mehr als 1000 Jahre alte Burg erhielt ihren Namen von einer größeren Schmiede ("des Schmiedes Burg") die sich im 13./14. Jahrhundert unterhalb des Anwesens befand. Zerstört wurde die Burg 1688 im pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen - übrig blieb eine Burgruine. Die nutzte Ende des 18. Jahrhunderts Johannes Bückler - bekannt als "Schinderhannes" als Unterkunft für sich und seine Räuberbande.

Als "Schinderhannes" kann man seit mehr als 25 Jahren Rudolf Franz mieten. In entsprechender Kleidung, bewaffnet mit alten Pistolen überfällt er mit seiner Laienschauspieltruppe Hochzeiten, Ausflugsgesellschaften oder Privatleute - auch auf der Schmidtburg. Dort zu Hause ist Hans-Georg Gerlach. Der ehemalige Postbeamte ist seit 20 Jahren der ehrenamtliche Burgherr, lebt in seiner Freizeit im Burgturm, leitet Besuchergruppen und organisiert Zeltlager in der Ruine.

Eine weitere Förderung des Fremdenverkehrs in der Hunsrückregion gibt es dank des EU-Programms "Leader Plus". Ausgebaut wurde der "Lützelsoon-Radweg" von Kirn nach Kirchberg, der direkt am Ort vorbeiführt. Außerdem entstand auf dem ehemaligen Zeltplatz ein Jugenddorf: 13 Holzhütten mit Schlaf- und Essbereich, eine Großküche sowie sanitäre Anlagen für mehr als 100 Gäste. Schließlich gibt es noch einen Wassererlebnispfad. Auf 1,3 Kilometern können Besucher am und im Hahnenbach Flora und Fauna, aber auch geologische Geschichte erleben.
In Schneppenbach gibt es ein paar kleinere Betriebe (Tischler, Dachdecker, Schlosser), aber keine Geschäfte und Läden mehr - dafür aber wieder eine Gaststätte. Wo vor mehr als 100 Jahren das erste Gasthaus eröffnet wurde, soll im Sommer ein neues Wirtshaus entstehen. Derzeit renovieren die Besitzer Petra und Erhard Götz noch fleißig. Schon bald soll es hier deftige Hausmannskost geben - für die Besucher der umliegenden touristischen Attraktionen, die 300 Schneppenbacher und all die anderen aus den umliegenden Dörfern, wo es keine Gaststätte mehr gibt.

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Letzte Änderung am: 25.07.2007, 13.13 Uhr