Ein Ortsporträt von Harald Hort
Sendung vom Freitag, 25.5.2007 | 18.45 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Kyllburgweiler liegt mitten in der Eifel und hat etwas, worum die Nachbargemeinden das kleine 140 Einwohner-Dörfchen beneiden: Einen echten Gemeindediener, der schon seit weit über 40 Jahren im Dienst ist. Nikolaus Schwinnen hat früher, mit der Glocke in der Hand, jeden Sonntag die Amtsmitteilungen verkündet. Das muss er heute nicht mehr. Dafür trägt er das Nachrichtenblättchen in jedes Haus. Er weiß, was in seinem Dorf los ist und übernimmt die Führung.
Die beginnt am größten der sieben Landwirtschaftsbetriebe, die es noch im Ort gibt, und führt zum Gasthaus Keil, in dessen Schankraum der Dorfchronist regelmäßig das Ortsgeschehen für seine interessierten Zuschauer interpretiert.

Nikolaus Schwinnen zeigt uns die Wendelinus-Kapelle von 1569, die - und das ist selten - nicht Eigentum der Kirche, sondern der Ortsgemeinde ist. Darum geht auch der Putzdienst im monatlichen Wechsel von Haus zu Haus.
Auch selten: eine Gemeinde mit ausgeglichenem Finanzhaushalt! Dazu tragen die vier Windräder hoch über dem Ort maßgeblich bei. Ein Besuch in der Generatorgondel in 120 Metern Höhe gewährt einen gigantischen Blick über das Dorf und in die Eifel.

Auch der Friedhof ist von hier oben gut zu sehen. Bei näherem Hinsehen fallen die großen Familiengräber auf. In Kyllburgweiler geht man mit den Verstorbenen großzügig um. Es gibt so viel Platz, wie jeder braucht, und man kann so lange liegen wie man will. Die 30-Jahre-Frist anderer Orte gilt hier nicht.
Wenn es auf dem Gottesacker zum Ernstfall kommt, läutet ein nagelneues Totenglöcklein. Das haben, samt dem Turm, Katharina Meyer und ihr Mann gestiftet.
Auch das und natürlich noch viel mehr, weiß Nikolaus Schwinnen, der Gemeindediener seit Jahrzehnten, zu erzählen.
Kyllburgweiler
Marktplatz 8
54655 Kyllburg
Tel: 06563/59-0
Fax: 06563/59220
Letzte Änderung am: 17.05.2007, 00.00 Uhr