Ein Ortsporträt von Gudrun Fünter
Sendung vom Samstag, 12.4.2008 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Bis zum ersten Weltkrieg war das "Torneywäldchen" oberhalb der Stadt Neuwied ein auffälliger Blickfang aus allen Himmelsrichtungen. Dann wurde das Wäldchen abgeholzt und die Torney ausgebimst. Die Anhöhe über der Stadt bot einen kahlen und trostlosen Anblick, als ab 1936 erste Häuser gebaut wurden. Nach und nach erschlossen Bauträgergesellschaften die Torney. Eine Arbeitersiedlung entstand. Aus der Pionierzeit sind bis heute die Siedlergemeinschaft, der Heimat- und Verschönerungsverein und der Junggesellenverein Alte Burschen Torney erhalten.

Nach dem Krieg kamen Wohnhäuser vor allem für Heimatvertriebene dazu. 30 Häuser wurden allein für die Evangelische Mennonitengemeinde Neuwied gebaut. Hier kamen mennonitische Flüchtlingsfamilien unter. Freiwillige aus den USA halfen in einer nahegelegenen Fabrik bei der Herstellung der nötigen Bimssteine für den Hausbau und beim Bau eines ersten Gemeindehauses.
Seit den 70er Jahren prägen Hochhäuser das Gesicht der Torney. Sie waren oft erste Station für mennonitische Spätumsiedler aus Russland. Viele blieben in Torney, auch weil sie hier eine geistige Heimat fanden. Heute hat die evangelische Mennonitengemeinde Neuwied mit 350 Mitglieder ihr Zentrum in Torney.

Auch eine zweite mennonitische Gemeinde, die Mennoniten-Brüdergemeinde Neuwied, hat Bethaus und Zentrum im Stadtteil. Diese Gemeinde besteht überwiegend aus russlanddeutschen Spätaussiedlern und hat ca. 800 Mitglieder.
Bekannt ist der jüngste Neuwieder Stadtteil vor allem wegen seiner Obstplantagen. Das Obstgut Müller baut auf der Torney 20 verschiedene Apfelsorten an. Obstliebhaber kommen teils von weit her, um das ganze Jahr über in einem Hofladen des Obstgutes frische Äpfel zu kaufen.

Torney
Engerser Landstr. 17
56564 Neuwied
Tel: 02631/802-0
Fax: 02631/802323
| Einwohnerzahl: | 1937 (Stand: Februar 2007) |
| Gemeindeart: | reine Wohngemeinde |
| Geschichte: | Torney ist der jüngste Stadtteil von Neuwied. Der gleichnamige Hügel wurde ab 1936 durch Bauträgergesellschaften systematisch bebaut. |
| Tourismus: | Hofgut Müller mit Hofladen |
| Vereine: | Heimat- und Verschönerungsverein, Siedlergemeinschaft, Alte Bursche, Bridge Forum Torney |
Letzte Änderung am: 05.04.2007, 00.00 Uhr