Ein Ortsporträt von Lutz Herrschaft

Es ist ein klassisches Pendlerdorf, in dem es längst keine Landwirtschaft mehr gibt, nur noch drei Kühe und vier Schweine für den Eigenbedarf. 1955 begann die bescheidene Industriegeschichte des Dorfs: Ein Basalt-Steinbruch, ein Werk für Betonsteine - beide längst geschlossen. Schließlich ein Chemie-Betrieb. Aber der wird demnächst wohl nach Westerburg umziehen. Damit wieder etwas Geld in die Kasse kommt, hat die Gemeinde Wald gerodet und die Flächen an eine Mainzer Windenergie-Firma verpachtet.
Im Frühjahr 2007 sollen die Rotoren stehen. Lange war ungewiß, ob es in Girkenroth überhaupt Windräder geben wird, denn ein Rechtsstreit ging durch alle Instanzen: Die für Girkenroth zuständige Verbandsgemeinde Westerburg und die benachbarte Verbandsgemeinde Wallmerod (unter anderem) klagten gegen die zwei bis drei geplanten Rotoren auf dem Girkenrother Kopf - bis hin zum Bundesverwaltungsgericht. Endlich war klar: Sie dürfen gebaut werden.

Das mit dem Geld wäre kein Problem, wenn die Girkenrother auf einem anderen Hügel, dem Ruhberg, endlich den "Goldenen Mann" ausgraben würden, den furchtsame Ritter der Sage nach dort verscharrt haben. Zu Zeiten der Junker von Ottenstein gab es noch keine Filmkameras oder Fotoapparate, aber die Girkenrother Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist im Bild gut dokumentiert - sie haben einen Spezialisten dafür, in Girkenroth.
Ein katholisches Dorf, das bis Mitte der neunziger Jahre ohne Kirche auskommen mußte. Dann haben die Leute einfach eine gebaut - genauer: Eine Kapelle, klein, aber fein. An Eigeninitiative mangelt es nicht in Girkenroth.
Verbandsgemeinde Westerburg
Neustrasse 39/40
56457 Westerburg
Tel: 02663/291-0
Fax: 02663/29199
Einwohnerzahl: | 645 (Dezember 2006) |
Gemeindeart: | Wohngemeinde |
Geschichte: | 1399 erste urkundliche Erwähnung |
Tourismus: | Wanderwege |
Vereine: | Katholische Arbeitnehmerbewegung |
Letzte Änderung am: 04.01.2007, 00.00 Uhr