Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Zwei Brüder verwandeln den Kuhstall ihres Vaters in eine High-Tech-Produktionsstätte, weil sie in der Landwirtschaft keine Zukunft für sich sehen. Drei Freunde wollen jedoch auch in Zukunft als Landwirte arbeiten und haben sich deshalb zu einer Betriebsgemeinschaft zusammengeschlossen, sind also keine eigenständigen Bauern mehr. Die Zukunft zeigt verschiedene Gesichter in Großkampenberg, einem Dorf in der Eifellandschaft des Islek, gelegen zwischen Prüm und der belgischen Grenze.

Großkampenberg hat 171 Einwohner und ist aus den beiden ursprünglich selbständigen Gemeinden Großkampen (erstmals erwähnt 1473) und Berg (1633) zusammengewachsen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges rollte dreimal die Front über das Dorf, sodass kaum historische Gebäude übrig blieben. An diese Zeit erinnert die Höckerlinie des Westwalls, die am Ortsrand verläuft und von den Bewohnern des Dorfes als Mahnmal zum Frieden geachtet wird.
FZH - die Feinmechanische Zerspanungs-GmbH der Brüder Edmund und Georg Heinz hat sich auf das Fräsen von Metallteilen für den Maschinen- und Flugzeugbau spezialisiert. In Airbus oder Eurofighter fliegen die Teile aus Großkampenberg mit. Begonnen haben die beiden Brüder 1987, als sie im väterlichen Kuhstall eine hochmoderne CNC-Maschine (computergesteuerte Fräsmaschine) aufstellten. Inzwischen sind es zehn solcher Maschinen - und neben dem Kuhstall steht eine neue Fabrikationshalle.

Auch die drei Landwirte Hans-Josef Richertz, Thomas Hostert und Winfried Horper standen vor der Frage, wie es in Zukunft weitergehen soll. Jedem war klar, dass er als kleiner Landwirt wohl kaum den Strukturwandel überstehen wird. Also schlossen sich die drei zu einer Betriebsgemeinschaft zusammen. Um die 110 Kühe kümmern sie sich gemeinsam, was den Vorteil hat, dass sie abwechselnd auch einmal ein Wochenende frei haben. Dazu betreiben sie noch eine moderne Biogasanlage - aus Kuhmist und Biomasse machen die drei Energie. Der Strom wird ins Netz eingespeist, mit der Wärme werden bereits zwei Wohnhäuser in der Nachbarschaft versorgt. Die Landwirte werden also zu Energie-Wirten - in Großkampenberg hat die Zukunft schon begonnen.
Großkampenberg
Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Tel: 06550/974100
Fax: 06550/974163
Einwohnerzahl: | 171 (Stand: Januar 2006) |
Gemeindeart: | landwirtschaftlich geprägte Gemeinde |
Geschichte: | Großkampen erstmals erwähnt 1473, Berg erstmals erwähnt 1663, 1914 zusammengefasst zur Gemeinde Großkampenberg, wegen der Lage am Westwall am Ende des Zweiten Weltkriegs stark zerstört |
Tourismus: | Drei-Länder-Eck Deutschland/Luxemburg/Belgien |
Vereine: | Musikverein St. Hubertus |
Letzte Änderung am: 10.10.2006, 00.00 Uhr