Ein Ortsporträt von Stefan Hartstang

Im Hunsrück, in der Nähe von Kirchberg, liegt die Gemeinde Kludenbach. Ein Dorf mit rund 100 Einwohnern. Alte Höfe bestimmen das Dorfbild, doch in vielen leben inzwischen keine Großfamilien mehr - immer weniger Menschen sind im Dorf.
Nur noch zwei Kinder gehen in den Kindergarten, und in zwei Jahren ist auch der jüngste Kludenbacher ein Schulkind.
Das Vereinsleben ist in den letzten Jahrzehnten stark zurück gegangen. Der Tischtennisverein hat den Vereinsschwund überlebt. Vor 52 Jahren gegründet spielen hier heute auch Jugendliche und Erwachsene aus den Nachbardörfern in Kreisklasse und Kreisliga.

Nachwuchs gibt es vor allem bei den Schafen, die Wilfried Ewein hält. 500 Tiere sind es, die der Schäfer auf den Weideflächen rund um die Gemeinde grasen lässt. Sie werden von ihm direkt ab Hof vermarktet. Wilfried Ewein ist einer der letzten Landwirte in Kludenbach. Die ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebe dienen heute überwiegend als Wohnhäuser.
Der Aspelshof wurde vor sieben Jahren von mehreren Frauen gekauft, die hier gemeinsam leben. Von Kludenbach aus wird das Frauenmusikfestival im Hunsrück organisiert, es erscheint eine Frauenkulturzeitschrift, eine Bewohnerin hat einen Catering-Service, eine weitere eine homöopathische Tierheilpraxis.

Etwas außerhalb des Ortes, in der ehemaligen Lamperter Mühle, lebt der Komponist und Musiker Horst Gehann, Gründer des Bachchores Darmstadt, der hier auch den Sitz seines kleinen Verlages hat. In Kludenbach kann Gehann seine Orgel spielen, ohne dass die Nachbarn sich über das doch recht laute Instrument beschweren können, das er gerne spielt und gekonnt beherrscht.
Kludenbach
Marktplatz 5
55481 Kirchberg/Hunsrück
Tel: 06763/910-0
Fax: 06763/910299
Letzte Änderung am: 26.09.2006, 00.00 Uhr
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