Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels
Sendung vom Freitag, 30.9.2005 | 18.07 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Wer nach Greimerath kommt, begegnet mindestens einem Drachen. Nämlich dem auf dem Ortswappen, am Rande des Dorfplatzes in Stein gemeißelt. Die anderen Drachen - das sind jene papierenen Segler, die die Kinder im Herbstwind steigen lassen. Der Drachen hat für die Greimerather eine besondere Bedeutung: Der Heilige Georg, dessen Symboltier der Drache war, ist Dorf- und Kirchenpatron. Greimerath liegt in der Vulkaneifel zwischen Wittlich und Manderscheid und hat 226 Einwohner. Früher lebten die Leute von der Landwirtschaft. Daran erinnert noch die voll funktionsfähige Viehwaage am Dorfplatz.

Heute gibt es nur noch einen Bauernhof, den von Bernhard Schuh. Am anderen Ortsende wird die Zukunft sichtbar: Hier hat sich wegen des nahen Autobahnanschlusses die Firma Softexpress angesiedelt, die europaweit Computersysteme und Netzwerktechnik vertreibt.
Schmuckstück des Ortes ist das Barockensemble von Kirche, Pfarrhaus und Kirchhof. Aber etwas fehlte noch - und deswegen gründeten die Greimerather einen Verein: der alte Pfarr- und Kräutergarten sollte direkt neben der Kirche wieder erstehen. Jetzt sind die Beete angelegt und mit Buchsbaum umsäumt - und die Besucher können nachempfinden, wie einst Thymian, Minze, Liebstöckel und die all die anderen Kräuter die Tafel des Pfarrers bereichert haben.

Die Bildhauerin Christine Nicolay, die ursprünglich aus Wittlich stammt, hat ihr Atelier in Greimerath eingerichtet. Sie arbeitet mit Stein und Metall. Ein ganz besonderes Metall ist das Metier von Detlef Kauertz: der geheimnisumwitterte Damaszener-Stahl. Klingen aus diesem Material waren schärfer als alles, was die Schmiede des Abendlandes herstellen konnten. Der pensionierte Buchhalter ist hinter das Geheimnis des Damaszener-Stahls gekommen und fertigt Klingen für Jagdmesser.
Greimerath
Kurfürstenstr. 15
54531 Manderscheid
Tel: 06572/9215-0
Fax: 06572/921550
Einwohnerzahl: | 226 (Stand: Dezember 2004) |
Gemeindeart: | Wohngemeinde in landwirtschaftlich geprägter Umgebung |
Geschichte: | Erstmals erwähnt 1144 in einer Urkunde des Klosters Springiersbach als "Engramenrode", was auf die fränkische Zeit (. Jh.) zurückgeht und wohl "Rodung des Siedlers Grimold" bedeutet. |
Tourismus: | Mosel-Maare-Radweg, in der Nähe die Burgen von Manderscheid und die Maare der Vulkaneifel |
Vereine: | Sportverein, Freiwillige Feuerwehr Greimerath, Karnevalsverein "Greimada Schlotafässa", |
Letzte Änderung am: 06.09.2006, 00.00 Uhr