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Lieg

Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Lieg - Ortsansicht

Das Dorf im Vorderhunsrück hat etwas, was es sonst nur noch im Film gibt: einen eigenen Sheriff. Das ist der Spitzname von Heinz Kugel, dem für Lieg zuständigen Bezirkspolizisten. Aber: Dieser Spitzname hat gar nichts zu tun mit seinem Beruf, denn "Sheriff" wird er schon seit Kinderzeiten genannt. Nun hat Heinz Kugel eine besondere Aufgabe: Er stellt allerlei Ermittlungen an in Lieg - denn er hat es übernommen, die Ortschronik zu schreiben.

Dabei ist er auf den größten Kriminalfall in der Geschichte des Dorfes gestoßen, dem Lieg immerhin seine erste urkundliche Erwähnung zu verdanken hat: Die Entführung einer jungen Nonne. Ritter Embrico aus Mayschoß an der Ahr entführte die junge Frau, um sie zu heiraten. Daraufhin enterbten die Eltern ihre Tochter, die nur den Hof in Lieg behalten durfte. So ist es einer Urkunde aus dem Jahre 1106 zu entnehmen, die jetzt Anlass für die 900-Jahr-Feier ist.

Land- und Forstwirtschaft haben Lieg geprägt. Heute gibt es allerdings nur noch zwei Nebenerwerbsbauern. Holz dagegen spielt noch immer eine Rolle. Die Schreinerei Kluwig stellt Treppen her, der Landmaschinenhandel Gärtner hat sich auf Holzspaltmaschinen spezialisiert, die angesichts steigender Heizölpreise sehr gefragt sind. Das Wahrzeichen von Lieg sind die drei Pappeln oberhalb des Dorfes.

Lieg - St. Goar

Noch etwas hat Lieg, das für den rauen Hunsrück völlig ungewöhnlich ist: einen Wingert. Bernd Schneider ist Hobby-Winzer. Das ist keine Spinnerei sondern hat lange Tradition. Die Dorfchronik beweist es: Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert gab es Weinbau in Lieg. Nur: Der Wein war oft so sauer, dass er mit Honig oder Birnensaft genießbar gemacht werden musste. Auf diese Mittelchen will Bernd Schneider natürlich verzichten.

Lieg

Verbandsgemeinde Treis-Karden

Am Rathaus 1
56253 Treis-Karden
Tel: 02672/61-0
Fax: 02672/6118

Internet:
www.lieg-hunsrueck.de

Einwohnerzahl:

447 (Stand: Januar 2006)

Gemeindeart:

landwirtschaftlich geprägte Wohngemeinde auf den Hunsrückhöhen

Geschichte:

erste urkundliche Erwähnung 1106 dank der Entführung einer Nonne durch den Ritter Embrico

Tourismus:

Wander- und Radwege im Lützbach- und Dünnbachtal

Vereine:

Musikverein, Sportverein, Freiwillige Feuerwehr, Kirchenchor

Letzte Änderung am: 25.08.2006, 00.00 Uhr

Sendezeit Montags bis freitags

18.55 Uhr

Wiederholung
Dienstags bis freitags
08.00 Uhr

Weitere Sendezeit Hierzuland am Wochenende

Samstags und sonntags um 18.05 Uhr im SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

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