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SENDETERMIN Sa, 7.7.2007 | 18:05 Uhr | SWR Fernsehen RP

Prüm

Ein Ortsporträt von Wolfgang Bartels

Starke Frauen bestimmen seit jeher die Geschicke des Eifelstädtchens Prüm. Die Geschichte beginnt 721 mit Bertrada, der Urgroßmutter von Karl dem Großen. Sie gründete ein Kloster im Tal des Flüsschens Prüm, aus dem die Stadt hervorging. Die Abtei entwickelte sich zum Stammkloster der Karolinger. Kaiser Lothar, der Enkel von Karl dem Großen, liegt in der Abteikirche bestattet. In seinen letzten Tagen hatte er um Aufnahme als einfacher Mönch in das Kloster gebeten, nachdem er des Familienstreits um die Aufteilung des Karolingerreichs müde war. Heute ist die ganze Eifel stolz auf das Kaisergrab in der Prümer Basilika.

Auf den Spuren der Bertrada wandelt häufig Monika Rolef, die der Prümer Gruppe "Frauenschuh" angehört. Sie streift sich das Kleid der Bertrada über, um Gästen ihre Stadt und die Basilika zu zeigen. Nicht nur das Kaisergrab ist im Dom zu sehen, sondern auch eine Sandale Christi. Einst ein Geschenk von Kaiser Pippin an das Kloster, wird sie bis heute als eine Reliquie des Heilands verehrt.

Prüm war 2006 Wanderhauptstadt Deutschlands. Die Eifel-Stadt richtete den 106. Deutschen Wandertag aus. Ein Wanderweg führt auch zum Kalvarienberg, auf dem ein Kreuz an eines der schrecklichsten Ereignisse der Stadtgeschichte erinnert: die Explosionskatastrophe am 15. Juli 1949. Vier Jahre nach Kriegsende, der Wiederaufbau hatte gerade begonnen, flog ein Bunker mit 500 Tonnen Munition in die Luft. Die Stadt wurde noch einmal zerstört, zwölf Menschen kamen ums Leben. Ein Kreuz auf dem Kalvarienberg erinnert heute an das tragische Ereignis.

Heute wird Prüm von einer Bürgermeisterin, Mathilde Weinandy, regiert. Die starken Frauen von Prüm, von Bertrada bis zur Bürgermeisterin, von den Trümmerfrauen bis zu den aktiven Frauen von heute, bekommen jetzt ein eigenes Denkmal. Am "Duppborn", in dem früher die Prümer Frauen die Wäsche gewaschen haben, wird die Skulptur einer typischen Prümerin aus alter Zeit aufgestellt: eine Frauenfigur mit Hott (Trage) und Geiß (Ziege).

Verbandsgemeinde Prüm

Tiergartenstr. 54
54595 Prüm
Tel: (06551/943-0
Fax: (06551/943133

www.pruem.de

Einwohnerzahl:

4625 (Stand: Januar 2006)

Gemeindeart:

Landschaftlich reizvoll am Fuß der Schneifel gelege Kleinstadt mit Zentrumsfunktion für das Prümer Land

Geschichte:

721 Gründung des Klosters durch die Edelfrau Bertrada, Urgroßmutter von Karl dem Großen. Es entwickelte sich zum Hauskloster der Karolinger. 855 findet Kaiser Lothar I. sein Grab in der Klosterkirche. Die "Goldene Kirche" wird Zentrum eines mächtigen Klosterstaates. 1721 Bau der heutigen Basilika. Mit der Säkularisation unter Napoleon wird das Kloster aufgegeben. 1949 zerstört eine Explosionskatastrophe die gesamte Stadt, die soeben mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg begonnen hatte.

Tourismus:

Idealer Ausgangsort für die westliche Eifel. Sehenswert sind Basilika und ehem. Kloster. Wanderwege rund um Prüm und in die Schneifel. Viele Gaststätten, Hotels und Jugendherberge. Besondere Höhepunkte: Prümer Sommer im Juli und August mit Musik und Kleinkunst. Prümer St.-Salvator-Kirmes am ersten August-Wochenende. "Lustiges Prümtal" (autofreier Radfahrertag) am 1. Sonntag im September. Turmblasen am Vorabend des 1. Advent.

Vereine:

Eifelverein Ortsgruppe Prüm
Frauenschuh, Prümer Karnevalsgesellschaft von 1881, Prümer Kammerorchester, Fußballclub Prüm

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