Ein Ortsporträt von Erik Kothny
Sendung vom Sonntag, 21.5.2006 | 18.07 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Virneburg, auf halber Strecke zwischen Mayen und Nürburgring gelegen, erlebte im 14. Jahrhundert die Blütezeit seiner Macht. Dem Virneburger Adelsgeschlecht entstammten Äbte und Bischöfe. Doch mit dem Tod von Graf Kuno 1543 erlosch das Adelsgeschlecht wegen Kinderlosigkeit. Heute zeugt eine Ruine von der prachtvollen Vergangenheit, und nur Sagen erinnern noch an die ehemalige Macht.

Virneburg ist ein geruhsamer Wohnort mit 477 Einwohnern, einer Gastwirtschaft und einigen privaten Fremdenzimmern. An die dorfeigene Schule erinnert sich nur noch die erste Nachkriegsgeneration. Die meisten Bräuche sind in Vergessenheit geraten: In Rauten geformtes Neujahrsbrot, der Strohbär und Bilder vom Fußballspiel der Junggesellen gegen die Ehemänner sind nur noch im Dorfmuseum zu finden. Von der früheren Geschäftigkeit zeugt ein verfallendes Fabrikgebäude. Als Gewerbesteuerzahler übrig geblieben sind noch nicht mal eine Hand voll kleinerer Betriebe, wie der von Schreiermeister Franz Josef Schomisch.

Auch die fotorealistischen Gemälde von Stefanie Schuster sind unter Formel-1-Freaks gefragt und geben Zeugnis vom nahen Nürburgring. Hauptquelle für Steuereinnahmen ist nach wie vor die Wacholderheide. Sie dient als ökologische Ausgleichsmaßnahme reicher Rheingemeinden, die dafür ihren Obolus in den Gemeindetopf von Virneburg zahlen.
Verirrten Touristen bietet eine Rheinländerin Wanderungen durch die Mythologie der Bäume an.
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Letzte Änderung am: 15.04.2005, 00.00 Uhr