Ein Ortsporträt von Gudrun Fünter

Wie kommt man von Willingen nach Willingen? Diese Frage wird in Willingen/Westerwald ständig gestellt. Denn immer wieder suchen Fremde die Skisprungschanze, Spuren von Schmitt und Hannawald - aber vergebens.
Denn der Wintersportort Willingen/ Hochsauerland liegt 140 km entfernt. Die Wegbeschreibung gibt es in Willingen/Westerwald mittlerweile auf Handzetteln - für viele dankbare Abnehmer.

In Willingen/Westerwald gibt es anderes zu sehen als Sprungschanzen. Zum Beispiel die Fuchskaute, mit 657 Metern die höchste Erhebung des Westerwaldes. Wanderwege des Rothaarsteigs und bald auch des geplanten Westerwaldsteigs führen durch ein Naturschutzgebiet. Das raue Klima und die frühere Weidenutzung haben auf der Basalthochebene Wiesen entstehen lassen, wie sie sonst typisch für die Alpen sind. Besonders wertvoll sind die großen Arnikabestände der Fuchskaute.
In Willingen entspringt auch die Nister. Das Hotel zur Fuchskaute und das Heimatstübchen Willingen bieten Wanderern Gelegenheit zur Rast. Früher waren fast alle im Dorf Feierabendbauern. Ein Kuhhirte brachte noch in den 70er Jahren die Tiere auf die Mittagsweiden, blies dann mit dem Horn vor den Ställen der Willinger. Und die Kühe trotteten heraus.

Die Dorfidylle anno dazumal gibt es noch heute zu sehen - auf Super-Acht-Filmen von Günther Menk. Gefilmt hat er damals auch die in den 70er legendären Grasbahnrennen auf der Fuchskaute.
Beides ist lang vorbei. Das Haus des Kuhhirten steht leer. Und es sind eher die Windräder und Windparks, die im hohen Westerwald den Blick auf sich ziehen - aber nach wie vor diskutiert werden.
Umstritten sind auch die Pläne des Windkraftunternehmers Joachim Fuhrländer, die Fuchskaute zu einem Treffpunkt für Menschen aus aller Welt zu machen.
Letzte Änderung am: 26.04.2006, 00.00 Uhr