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SENDETERMIN Mi, 18.5.2016 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Wandercheck Der Klettersteig Calmont

Kraxeln wie in den Alpen – an der Mosel ist das möglich zwischen Bremm und Edinger-Eller. Der Calmont-Klettersteig lässt sich durchaus als Wanderweg für Abenteurer bezeichnen. Schließlich führt er mitten durch den steilsten Weinberg Europas – den Bremmer Calmont. Zwischen 55 und 70 Grad beträgt der Neigungsgrad – je nachdem, wo man sich gerade befindet.

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Genau genommen besteht die sieben Kilometer lange Rundstrecke aus zwei Teilabschnitten. Zum einen ist sie identisch mit dem Moselsteig, dem bekannten Fernwanderweg. In diesem Teilabschnitt führt der Weg durch den Wald und meist eben an der Hangkante entlang. Doch dann geht es in den Calmont oder anders ausgedrückt: es wird abenteuerlich. Der Wanderer hangelt sich nun an Seilen entlang, muss Leitern erklimmen und läuft über in den Fels gehauene Zinken. Ein bisschen Nervenkitzel ist da durchaus garantiert.

Aber Achtung: Schwindelfreiheit und eine normale körperliche Konstitution sind Voraussetzung für diese Wanderung. An heißen Tagen sollte man auf jeden Fall genügend Wasser mitnehmen, denn der Weinberg heizt sich unerbittlich auf. Eigentlich klar, dass gutes Schuhwerk Voraussetzung für die Tour ist. Obwohl die Tour nur sieben Kilometer lang ist, sollte man drei bis vier Stunden Zeit einkalkulieren.

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Calmont Klettersteig

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Der Rundweg beginnt mit einem sagenhaften Ausblick.

Der Rundweg beginnt mit einem sagenhaften Ausblick.

Festes Schuhwerk ist Pflicht: Auf Steintreppen, Leitern und mit Seilen geht es in Schwindel erregende Höhe.

Nichts für Wanderer mit Höhenangst, denn der Calmont neigt sich an manchen Stellen in einem Winkel von maximal 70 Grad.

Einkehren am Gipfelkreuz...

Spektakuläre Aussichten gibt es natürlich in Hülle und Fülle. Oft bietet sich nur ein paar hundert Meter weiter wieder eine vollkommen veränderte Perspektive. Aber auch die Vegetation und die Fauna im Calmont haben einiges zu bieten. Man erblickt wilde Buchsbäume, Thymian, Karthäusernelke sowie seltene Tiere wie Zippammer, eine Vogelart, den imposanten Apollofalter oder Schlingnattern. Wer Glück hat, trifft zudem einen Winzer, der gerade mit der für die Region typischen Monorackbahn den Calmont hinauffährt. Da lässt sich erahnen, unter welchen Mühen dem Berg der edle Rebensaft abgerungen wird.

Auch Geschichtsfreunde kommen auf ihre Kosten, denn der Wanderweg führt auch an einem römischen Bergheiligtum vorbei. Archäologen haben auf der Basis der freigelegten Fundamente diesen Tempel aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert nach Christus rekonstruiert. Welche Götter hier verehrt wurden, das liegt allerdings im Dunkeln. Egal – ist trotzdem interessant.

Als Einkehrtipp bietet sich ein Frühstück unter freiem Himmel an. Am Gipfelkreuz des Calmont wird am Wochenende und an Feiertagen ein Frühstück angeboten. Das Ganze mit Blick auf eine Moselschleife – so lässt es sich leben. Unser Tipp: zuerst Frühstücken und dann gut gestärkt hinein ins Vergnügen. Wer lieber nach der Tour etwas munkelt, dem sei das Gasthaus Berg in Bremm empfohlen.

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