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Digitale Stromzähler

SENDETERMIN Mi, 11.1.2017 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Transparenter Energieverbrauch Intelligente Stromzähler ziehen ab jetzt ein

2017 soll es losgehen: Nach und nach werden die Haushalte auch in Rheinlande-Pfalz auf sogenannte "intelligente" Stromzähler - auch "Smart Meter" genannt - umgerüstet. Damit will die Bundesregierung den Stromverbrauch transparenter machen, um Strom aus erneuerbaren Energien besser nutzen zu können.

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Wird Strom sparen in Zukunft mit "Smart Meter" leichter?

"Die Digitalisierung der Energiewende" heißt das Ganze und bedeutet für uns Verbraucher: Mit intelligenten Stromzählern sollen wir alle 15 Minuten sehen können, wie viel Strom wir gerade zu Hause verbrauchen. Soweit die Theorie. Ab 2017 soll es losgehen und 2030 abgeschlossen sein.

Smart Meter 3

"Smart Meter" - Stromverbraucher lassen sich bald einzeln erfassen und messen

Zunächst werden Haushalte, bei denen ein Tausch des Stromzählers ansteht, ab Januar 2017 mit digitalen Zählern ausgestattet. Die können dann später zu sogenannten Smart Metern ausgebaut werden. Das sind dann Geräte, die sowohl dem Stromversorger, als auch den Kunden den jeweiligen Stromverbrauch transparent machen sollen. Damit wird aber nur der Gesamtverbrauch des Haushalts ablesbar sein, nicht jedoch der Verbrauch einzelner Haushaltsgeräte. 

Warum das neue Gesetz?

Weil die Bundesregierung die Nutzung der erneuerbaren Energien effektiver machen möchte. Denn Strom aus Wind und Sonne ist bisher kaum speicherbar.

Smart Meter 2

Den Verbrauchsverlauf immer aktuell im Blick

Wenn man in Zukunft aber weiß, wo wann und wie viel Strom voraussichtlich anfallen wird, lassen sich die Energieströme vielleicht doch besser steuern und ausnutzen. So der Wunsch.

Technisch ist das Ganze aber noch mehr als in Kinderschuhen. Bisher gibt es die "Smart Meter" nur vereinzelt in der Erprobung. Kritiker hatten schon vor Monaten bemängelt, dass nicht klar ist, was mit den Daten passiert, die ausgelesen werden. Mittlerweile konnten die Bedenken aber ausgeräumt werden. Ein Restrisiko bleibt natürlich immer, wenn Daten ausgetauscht werden.

Was bedeutet die Umrüstung mit  intelligenten Zählern?

Je nachdem, wie viel Strom man verbraucht, ist man von der Umrüstung früher oder später betroffen und auch von deren Mehrkosten. Auch Privatpersonen, die zum Beispiel mit einer Photovoltaik-Anlage selbst Strom erzeugen, müssen umrüsten.

Wie läuft die Umrüstung ab?

Haushalte mit einem Jahresverbrauch unter 10.000 kWh
Ab Januar 2017 werden hier sukzessive digitale Zähler schon dort eingebaut, wo die Eichfrist der alten sogenannten "Ferrariszähler" abgelaufen ist. Diese Geräte sind aber noch nicht für einen Datenaustausch geeignet, dafür werden sie später umgerüstet. Für diese "modernen" Zähler fallen statt bisher durchschnittlich 12 Euro Messkosten dann bis zu 20 Euro pro Jahr an, das sind rund 8 Euro mehr als bisher. Ab 2020 ist der Einbau der digitalen Zähler mit zusätzlichem Datenaustausch auch für diese Haushalte Pflicht.

Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 10.000 kWh
Beispielsweise mit einer Nachtspeicherheizung, einer Wärmepumpe oder Haushalte mit einer Photovoltaik-Anlage mit mehr als 7 Kilowatt (kW) Leistung.
Hier werden im neuen Jahr schon die neuen intelligenten Messgeräte mit den Kommunikationseinheiten für den Datenaustausch, die sogenannten "Smart Meter" eingebaut. Die Jahresgebühr für die Messungen sind hier je nach Verbrauch gestaffelt.

Die Bundesregierung hat die Kosten allerdings nach oben gedeckelt und im Hinblick auf die flächendeckende Ausrüstung mit Smart Metern ab 2020 folgendes festgelegt. Je nach Verbrauch zahlen Haushalte für die Verbrauchsmessung künftig pro Jahr:

JahresverbrauchKosten
10.000 kWh/Jahr 130 Euro
6000 kWh/Jahr100 Euro
4000-6000 kWh/Jahr60 Euro
3000–4000 kWh/Jahr40 Euro
2000–3000 kWh/Jahr30 Euro
<2000 kWh/Jahr23 Euro

Hinzu kommen eventuell noch Kosten für den Umbau des Zählerschrankes. Dafür bekommen die Verbraucher von den Energieversorgern Daten - Abrufe: maximal alle 15 Minuten - auf einer Onlineplattform zur Verfügung gestellt.

Haushalte ohne Internetzugang können die Daten etwa über ein Display in der Wohnung abrufen, aber Achtung hier fallen mit ziemlicher Sicherheit noch Zusatzkosten an.

Fazit

Die intelligenten Zähler werden kommen. 2017 geht es los. Bis 2030 soll der Umstieg auf das neue Strommanagement abgeschlossen sein. Was Sie den Verbrauchern bringen ist noch nicht klar. Jeder kann aber schon jetzt Strom sparen und es ist sinnvoll, sich damit zu beschäftigen.

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