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Aus einem Haufen Münzen wächst eine kleine Pflanze. Eine Frau hält schützend ihre Hände darüber.

SENDETERMIN Di, 20.12.2016 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Sparbuch war gestern So legen Sie Ihr Geld richtig an

Geldanlage ist schwierig. Gerade in Zeiten des Niedrigzinses gibt es kaum noch einfache und elegante Lösung. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat dennoch ein paar Tipps auf Lager, wie sich ein Wertverlust beim Ersparten verhindern oder minimieren lässt.

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Warum Geld nicht mehr einfach aufs Sparbuch legen?

Mehr als die Hälfte der Deutschen, so schätzen Verbraucherschützer, hat immer noch ihr Sparbuch in der Schublade. Und das, obwohl es schon lange als unflexible, altmodische Sparform gilt. Mittlerweile ist das aber wirklich ein gravierender Fehler, denn es gibt (fast) keine Zinsen mehr auf diese Sparbücher.

Das heißt: Das Geld vermehrt sich nicht mehr. Und bei steigender Inflation wird es sogar weniger, während es auf dem Sparbuch liegt. "Erste Hilfe" hier: Umsteigen vom Sparbuch auf ein Tagesgeldkonto! Das ist besser verzinst und genauso sicher. 

Welche Probleme gibt es zur Zeit?

Die EZB, die europäische Zentralbank, senkt seit Jahren den Leitzins immer weiter. Sie hat ihre volkswirtschaftlichen beziehungsweise geldpolitischen Motive dafür; es geht unter anderem darum, die Verschuldung im Euro-Raum in den Griff zu bekommen.

Wenn man sich an frühere Zeiten erinnert, als der Zinssatz auf dem normalen Sparbuch bei fünf Prozent lag, dann sollte man bedenken, dass die Inflation damals viel höher war.

Für die Sparer aber ist das ein Riesenproblem: Gerade für sicherheitsbewusste Menschen, die sich auf konservative Anlagenformen fern der Börse verlassen wollen, gibt es kaum noch Zinsen. Das einzig Positive: Die Inflation, also die schleichende Geldentwertung, war in der letzten Zeit meistens so niedrig, dass die Sparer wenigstens keinen großen Verlust gemacht haben. Der "normale Sparer" hat es heute zwar schwer, durch Zinsen einen Zugewinn zu erwirtschaften, aber immerhin halten sich die Inflationsverluste auch noch im Rahmen. 

Wie sollte ich mein Geld anlegen?

Zunächst allerdings sollte sich der Sparer ein paar grundsätzliche Gedanken machen:

  • Welche Anlageziele habe ich? Stehen in nächster Zeit größere Anschaffungen an?
  • Wie viel Risiko bin ich grundsätzlich bereit, einzugehen?
  • Wie flexibel muss ich sein, das heißt: Wie schnell muss ich im Zweifel an mein Geld kommen können?

Für den "normalen Sparer" schlägt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz einen mehrstufigen Anlageplan vor: 

  • Zunächst ein Tagesgeldkonto mit deutscher Einlagensicherung, auf dem, sozusagen als "Notgroschen", zwei bis drei Nettogehälter oder Nettorenten geparkt werden können. Hier gibt’s wenigstens noch einen kleinen Zins, und das Geld lässt sich jederzeit kurzfristig abheben.
  • Für den Großteil des Ersparten empfiehlt sich ein Sparbrief oder Festgeld mit kurzen Laufzeiten: Maximal ein bis drei Jahre, weil sich der derzeit so niedrige Zins ja auch wieder nach oben bewegen könnte.
  • Als Risikobeimischung empfehlen sich sogenannte ETFs, das sind an der Börse passiv gehandelte Indexfonds. Das heißt: Es wird ein Index abgebildet. Für die Sparer empfiehlt es sich einen europa- oder weltweiten Index zu wählen. Diese ETFs sind eine günstige Anlageform für Sparer und bieten die Möglichkeit, ein bisschen Gewinn zu erwirtschaften. Da natürlich – wie bei allen Börsengeschäften – ein Risiko besteht, muss jeder Anleger für sich entscheiden, wie viel Geld er hierfür einsetzen will. 

ETF: Englisch für "Exchange-traded fund", bedeutet "Börsengehandelter Fond", meint ein an der Börse gehandeltes Finanz-Produkt, das Kursschwankungen unterworfen ist.
INDEXFOND: Ein börsengehandeltes Finanz-Produkt, das einen Börsen-Index, wie zum Beispiel den deutschen Aktien-Index DAX, nachbildet und in Aktien aller in diesem Index geführten Unternehmen, investiert. Damit wird die Entwicklung der gesamten Wirtschaft nachvollzogen und kann den Anlegern zu gute kommen.


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Fünf goldene Regeln für die aktuelle Geldanlage

Fünf goldene Regeln für die aktuelle Geldanlage

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1. Streuen Sie Ihre Anlagen!
Solange die Niedrigzinsphase anhält, ist Risikostreuung das beste Mittel, um so sicher wie möglich das Ersparte zu vermehren. Kurzfristig sind dabei Tagesgeldanlagen bei verschiedenen Instituten am sichersten. Wegen der niedrigen Zinssätze sollten Sie Geld, das Sie längerfristig entbehren können in Sachwertanlagen (z.B. Aktien, Immobilien) investieren.

1. Streuen Sie Ihre Anlagen!
Solange die Niedrigzinsphase anhält, ist Risikostreuung das beste Mittel, um so sicher wie möglich das Ersparte zu vermehren. Kurzfristig sind dabei Tagesgeldanlagen bei verschiedenen Instituten am sichersten. Wegen der niedrigen Zinssätze sollten Sie Geld, das Sie längerfristig entbehren können in Sachwertanlagen (z.B. Aktien, Immobilien) investieren.

2. Bleiben Sie flexibel!
Wer Geld sicher und flexibel zugleich anlegen will, greift zu Tagesgeld. Wegen der niedrigen Zinsen sollte es aber, je nach Sicherheitsbedürfnis, nur einen Teil des Portfolios ausmachen (beispielsweise 30 Prozent).

3. Aktien bieten die besten Renditechancen!
Auch wenn beim Aktienkauf besondere Vorsicht geboten ist, bleiben Aktien ein wichtiger Bestandteil einer sinnvollen Geldanlage, selbst wenn sie mitunter Verluste einfahren. Denn es geht längerfristig auch immer wieder aufwärts. Wählen Sie Werte verschiedener dividendenstarker Unternehmen oder investieren Sie in Aktienfonds, die in Deutschland oder weltweit auf solide Werte setzen.

4. Gold nur in kleinen Dosen beimischen!
2011 war Gold die profitabelste Anlageform. Aus 10.000 Euro wären 11.130 Euro geworden, beim Sparbrief hätte der Gewinn lediglich 240 Euro betragen. Trotzdem sollte man nicht unbesehen Gold kaufen. Gold wirft keine Erträge ab, erwirtschaftet keine Zinsen. Bei der Anschaffung fällt meist eine Gebühr an. Und das Depot kostet zusätzlich Geld. Barren und Münzen als eiserne Notreserve können jedoch sinnvoll sein.

5. Immobilien nicht überschätzen!
Für die Wertbeständigkeit einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims kommt es entscheidend auf die Lage an. Wertzuwächse sind nur bei Objekten in großen Städten und guter Lage zu erwarten. Aber dort sind die Preise inzwischen stark gestiegen. Bedenken Sie, dass hohe Kapitalsummen auf Jahre hinaus festgelegt sind. Ohne einen Eigenkapitalanteil von mindestens 30 bis 40 Prozent ist es riskant, sich an ein Eigenheim zu binden.

Vorsicht bei der Geldanlage in Immobilien! Zur Zeit ist die Preisentwicklung nicht absehbar, wegen der großen Nachfrage sind die guten Lagen schon weg. Das Thema ist sehr komplex und bedarf guter Information und einer eingehenden Beratung.

Physisches Gold gilt als "Krisenwährung". Ob man damit arbeiten will, ist Geschmackssache. Es spricht nichts dagegen, einen kleinen Teil des Ersparten in echtem Gold anzulegen: Wenn man dieses Gold aber zu Hause aufbewahren will, dann sollte man es unbedingt sicher tun, zum Beispiel im Safe – Einbrecher nehmen nämlich besonders gern Gold mit.

Wem kann ich vertrauen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, vorsichtig zu sein bei jeder Art von provisionsbasierter Beratung. Das heißt: Auch der nette Bankberater wird möglicherweise über Provisionen bezahlt und wird im Zweifelsfall mehr auf die Interessen der Bank schauen als auf die des Kunden. Grundsätzlich sollte man erwägen, sich auch in Gelddingen lieber gegen ein Honorar beraten zu lassen als auf der Basis einer Provision.

Und: jeder Sparer sollte sich schon ein bisschen Zeit nehmen, sich mit dem Thema "Geldanlage" zu beschäftigen. So wie man es auch beim Kauf einer Waschmaschine oder eines Computers tun würde.

Fazit

Wer eine gute Rendite erzielen will, muss ein gewisses Risiko eingehen, etwa einige Aktienanteile beimischen. Das Sparbuch dagegen hat ausgedient, selbst für Anlage-Angsthasen. Und das war eigentlich schon vor 40 Jahren so.

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