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Reisanbau

SENDETERMIN Fr, 21.4.2017 | 18:45 Uhr | SWR Fernsehen RP

Arsen im Nahrungsmittel Reis - nahrhaft, lecker und belastet

Reis gilt als nahrhaft und gesund. Zumal es viele verschiedene Sorten und viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ihn anzurichten. Spanisch als Paella, italienisch als Risotto, japanisch als Sushi oder Basmati-Reis zu orientalischen Gerichten.

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Nach einer Untersuchung der Zeitschrift "Ökotest" sind viele Reissorten allerdings mit anorganischem Arsen belastet. Dieser Stoff ist krebserregend. Viele getestete Sorten wurden mit mangelhaft und ungenügend bewertet.

Welche Reissorten gibt es?

Ganz grob unterscheidet man drei verschiedene Arten. Vollkornreis, den weißen Reis und den geschälten Reis.

Weltweit gibt es mehr als 120.000 Sorten. Unterschiede gibt es in der Herkunft und in der Verarbeitung. Zu 95 Prozent wird Reis in Asien angebaut, in China, Indien und anderen Teilen Südostasiens.

Beim Vollkornreis sind Silberhäutchen und Keimling dran, im Gegensatz zum weißen Reis. Dort sind Silberhäutchen und Keimling entfernt. Beim Parboiled Reis wird das Korn speziell behandelt. Zunächst eingeweicht, mit Hochdruck-Dampf behandelt, später getrocknet.

Woher kommt das Arsen?

Reis 1

Arsenbelastete Böden in Reisanbaugebieten sind ein Problem für den Verbraucher

Arsen kommt in der Natur vor. Wie stark der Reis belastet ist, hängt von den Bedingungen in den jeweiligen Anbaugebieten ab. Mehr als andere Pflanzen nimmt die Reispflanze beim Nassanbau das Arsen während ihres Wachstums aus dem Boden auf. Zu erhöhten Belastungen führen arsenverseuchtes Grundwasser, Böden, die mit arsenhaltigen Pestiziden behandelt wurden oder Bergbau und metallverarbeitende Betriebe in der Nähe der Reisfelder.

Basmati-Reis schneidet alles in allem noch am Besten ab. Am stärksten belastet ist laut Test Vollkorn- beziehungsweise Naturreis. Man kann aber den Arsengehalt im Reis bei der Zubereitung reduzieren!

Hohe Belastungen haben Forscher zum Beispiel in Reis aus Bangladesch und China entdeckt, während Reis aus Indien im Großen und Ganzen relativ gering belastet war. Dennoch kann man hier keine pauschale Regel aufstellen. Denn auch Reis aus Italien kann stärker belastet sein. Da anorganisches Arsen sich besonders in den Randschichten des Reiskorns anreichert, ist die Arsenkonzentration neben der Anbauregion auch von der Reissorte abhängig.

Was steckt Gutes drin?

Reis ist sehr kohlehydratreich und ein Energielieferant. Der Nährwert und Kaloriengehalt hängt von der Reissorte ab. Viele Reissorten werden geschält. Dabei stecken gerade in der Schale viele Vitamine, Ballaststoffe und Aminosäuren.

Reis 4

Vollkornreis steckt voller Vitalstoffe

Wie bei anderen Vollkornprodukten auch dauert es bei Vollkornreis länger, bis er verdaut ist, macht also länger satt. Im Vollkornreis stecken viele Mineralstoffe und Spurenelemente, zum Beispiel Magnesium oder Kalium. Durch ein spezielles Verfahren werden auch beim Parboiled Reis Mineralstoffe und Vitamine gerettet. Anders als beim geschälten Reis, wo durch das Abtrennen der Schale viele gute Stoffe verloren gehen.

Wie bereitet man Reis gesund zu?

Reis 2

Arsenbelastungen lassen sich durch die Art der Zubereitung reduzieren

Landläufig gilt bei der Reiszubereitung die Regel: ein Teil Reis, zwei Teile Wasser. Gerade vor dem Hintergrund der Arsenproblematik empfehlen Experten, den Reis vor dem Kochen zu Waschen oder über Nacht in Wasser stehen zu lassen. Anschließend den Reis in viel mehr Wasser kochen, und das dann abgießen. So kann der Arsengehalt reduziert werden. Durch diese Methode gehen allerdings auch Mineralstoffe und Vitamine verloren.

Fazit

Die Höhe des Arsengehalts im Reis hängt von Faktoren ab, wie dem Anbaugebiet, der Reissorte und der Zubereitung. Die EU hat Grenzwerte für Arsen im Reis festgelegt. Ernährungsexperten raten gerade beim Reisverzehr für Kinder, vorsichtig zu sein und für Alternativen zu sorgen. Couscous, Amaranth, Bulgur, Quinoa, Hafer, Dinkel oder Grünkern bieten sich an.

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