Ein Ortsporträt von Thomas Keck
aus der Sendung vom Sonntag, 21.3.2010 | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz

Der Name Merl ist sowohl Weinfreunden wie auch Liebhabern gebratener Hähnchen ein Begriff: Der Wein spielt hier an der Mosel sowieso immer eine Rolle. Angeblich hat sich die Riesling-Rebe von Merl aus an Mosel und Rhein verbreitet. Mit der Sektkellerei Treis und dem Weingut Kallfelz hat Merl zwei herausragende Betriebe aufzuweisen.
Und Hähnchen sind nicht nur die Spezialität, sondern auch das einzige Gericht, das man in der „Merler Hölle“, einer von vier Gaststätten am Ort, bekommt. Die „Merler Hölle“ liegt, genau genommen, in Spay, einem Ortsteil von Merl, der vermutlich aus dem Zusammenwachsen verschiedener kleinerer Orte entstanden ist. Seit 1969 ist Merl selbst wiederum ein Stadtteil von Zell an der Mosel. Ein Stadtteil mit eigenständigem Charakter allerdings. Früher hatte Merl sogar eine eigene Stadtbefestigung.

Von der ehemaligen Pfarrkirche St. Michael ist nur noch der markante romanische Turm übrig, der sich inmitten des Friedhofs am Rand der Weinberge über den Ort erhebt. Die heutige Pfarrkirche von Merl gehörte einst zu einem Kloster. Es ist ein frühgotisches Bauwerk, das als besonderen Schatz einen der schönsten Antwerpener Schnitzaltäre des 15. Jahrhunderts beherbergt.

Sieben Adelsgeschlechter hatten in Merl ihre Burghäuser stehen. Im Ortsbild gibt es noch manch historisches Gebäude wie zum Beispiel die sogenannte „Klapperburg“, früher ein Hospiz für Lepra-Kranke, die ehemalige Schule, die von den Vereinen und als Kleinkunststätte genutzt wird, oder den einstigen Bahnhof, der heute als Treff der Winzertanzgruppe dient. Am liebsten treffen sich die Merler freilich in ihren Gaststätten bei einem Glas Wein – oder eben beim Hähnchen.

Merl
Bürgermeister: Jürgen Bamberg
Rathaus
56856 Zell/Mosel
Tel.: 06542/96960
Fax: 06542/969646
| Daten & Fakten | |
| Einwohnerzahl: | 703 (Stand: Dezember 2007) |
| Gemeindeart: | Wohngemeinde mit Weinbau und Tourismus |
| Geschichte: | Merl ist (wie Kaimt) eine keltische Gründung, schon der fremdartig klingende Name weist darauf hin. Im Jahre 782 als Merila zum erstenmal erwähnt, liegt der Ort am Fuß des 371 Meter hohen "König" und am Eingang des weit in den Hunsrück hinaufführenden Merler Bachtals. Der heute langgestreckte Ort entstand wohl durch das Zusammenwachsen mehrerer Teile, wobei heute noch moselabwärts Spay ein wenig für sich liegt. Seit 1969 hat Merl seine Selbständigkeit verloren und ist Stadtteil von Zell. Die "Zandt von Merl" standen als Erbvögte des "Hamm" jahrhundertelang im Dienst der trierischen Kurfürsten. Das Rittergeschlecht hatte großen Einfluß im ganzen Moseltal. Es soll dafür gesorgt haben, daß die Rieslingrebe schon im 17. Jahrhundert in Merl angebaut und von dort als "Merl-Riesling" an Mosel und Rhein verbreitet wurde. Der immer noch mächtige und gut erhaltenen "Zandthof" war der Stammsitz und Burghaus des Geschlechts. (Heute in Privatbesitz der Familie Treis). |
| Tourismus: | fünf Gaststätten, Mosel-Radweg, Weinfest im August (mit Dorf-Führung) |
| Vereine: | Merler Weinfreunde, Junggesellenverein Merl, MGV "Frohsinn", Kunst- und Kulturverein "seitwärts-aufwärts", Winzertanzgruppe, TuS Merl |
Letzte Änderung am: 13.02.2009, 23.35 Uhr
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