aus der Sendung vom Samstag, 4.6.2011 | 19.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Zweihundert Jahre schon werden in Waldkirch schon Orgeln gebaut – in allen Formen und Größen: Dreh- und Kirmesorgeln genauso wie Kirchenorgeln. Um diese Tradition zu feiern, findet alle drei Jahre das Orgelfest statt – dieses Jahr unter dem Motto "Waldkirch dreht durch". Die Innenstadt wird dann von über hundert Orgelspielern aus aller Welt bevölkert, es gibt Konzerte und die Orgelbauer öffnen Ihre Werkstätten für das Publikum.

Elztalmuseum
Die schönsten Musikautomaten und mechanischen Musikinstrumente aus den Waldkircher Werkstätten sind heute im Elztalmuseum zu sehen. Eindrucksvoll ist hier dokumentiert, wie die Musikunterhaltung lange vor CD und MP3-Spielern funktionierte. Das wohl schönste Stück: ein Orchestrion mit mechanischen Musikanten, das Anfang des 20. Jahrhunderts die große Musik in ein südbadisches Ausflugslokal brachte. Oder die Großorgeln der international bekannten Instrumentenbauerdynastien wie Bruder oder Ruth und Sohn.
Orgelbauwerkstatt Stützle
Weltbekannt wurde Waldkirch durch seine Dreh- und Jahrmarktorgeln, aber fast genau so lange werden in der Stadt auch Kirchenorgeln hergestellt. In der über 120 Jahre alten Werkstatt seiner Familie restauriert und baut Wolfram Stützle bis heute Instrumente. Gerade erste hat er die Orgel der Waldkircher Stadtkapelle auf Vordermann gebracht, die einst sein Urgroßvater Anton Kiene baute. Ein anspruchsvolles Handwerk, das Fingerfertigkeit, technisches Verständnis und Gefühl für Musik fordert, denn jede Orgel muss exakt auf den Raum und die Anforderungen der Gemeinden angepasst werden.
Adrian Oswalt
Beim diesjährigen Orgelfest hatte „die größte Handdrehorgel der Welt“ Premiere. Gebaut wurde sie in Waldkirch, die Idee dazu hat der Musiker Adrian Oswalt, der sich darum bemüht, die Orgel auch als Konzertinstrument zu etablieren. Dazu mischt er klassische Orgelklänge mit modernen Synthesizern. Eine beeindruckende Klangkulisse.
Impressionen vom Drehorgelfest in Waldkirch
Letzte Änderung am: 30.05.2011, 18.10 Uhr