aus der Sendung vom Samstag, 17.12.2011 | 19.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
An der deutsch-schweizer Grenze liegt eines der wohl schönsten Museen überhaupt. Die Fondation Beyeler. Ein Museum, das der Kunstsammler Ernst Beyeler von dem Architekten Renzo Piano für seine Kunstsammlung bauen ließ. Die Architektur sucht ihresgleichen, denn wie durch ein Wunder scheinen Natur, Museum und Kunstwerke zu einer Einheit zusammenzuwachsen.
Der Seerosenteich geht in den Parkettboden des Gebäudes über und dazu passend sind die weltberühmten Seerosen von Claude Monet gehängt. Was für ein Ensemble! Annette Krause ist aber nicht nur vom Gebäude und der Dauerausstellung begeistert, auch die gegenwärtige Sonderausstellung "Surrealismus in Paris" zeigt Meisterwerke der Kunstgeschichte von Rene´ Magritte, Savador Dalí, Miró oder Max Ernst. Nach dem Trauma des 1. Weltkrieges und unter dem Einfluss der Forschung von Sigmund Freud entsteht eine Kunstrichtung, die hinter die Oberfläche der Realität schaut, die Träume, Wünsche und Fantasien sichtbar werden lässt. André Breton hat die Surrealisten angeführt, zu denen auch Salvador Dalí gehörte.
Seine Werke beeindrucken nicht nur durch seine ungewöhnlichen Motive, sondern auch durch ihre exakte, feine Malweise. Nicht zuletzt haben die Surrealisten auch Design und auch den (Spiel)film beeinflusst. Die Ausstellung "Surrealismus in Paris" ist noch, bis zum 29.01.12 in der Fondation Beyeler zu sehen. Ein Bilderrausch, der in das Unbewusste vordringt und Sehnsüchte, Begierden und Irritation zum Thema hat. Wirklich sehr sehenswert.
Jean Tinguely Museum in Basel
Jean Tinguely hätte sicher auch die Surrealisten begeistert. Das Jean Tinguely Museum in Basel lädt ein, die verrückten Maschinen zu bedienen, aber auch zu betreten. Was für ein Name: "Die große Meta Maxi Maxi Utopia" steht wie ein Ozeandampfer im Museum. Räder und Riemen bringen die Maschine in Bewegung und geben plötzlich Blicke und Objekte frei, mit denen man nicht gerechnet hat. Jean Tinguely hat zunächst Schaufenster dekoriert, bevor er seine Leidenschaft für die Bewegung entdeckte. Daneben gibt es aber im Jean Tinguely Museum auch noch eine Maschine, mit der jeder zum Künstler werden kann. Auch Annette Krause nutzt die Gelegenheit, um ein abstraktes Gemälde zu gestalten. Ein Ausflug in das Jean Tinguely Museum lohnt sich und hat einen hohen Spaßfaktor. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene sind von den ungewöhnlichen Ideen des schweizer Künstlers hingerissen.
Kunstmuseum in Basel
Und dann macht Annette Krause noch einen Abstecher ins Kunstmuseum in Basel, um sich die aktuelle Sonderausstellung anzusehen. Max Beckmanns Landschaften. Hätten Sie gewusst, dass viele der Ansichten nach Postkarten oder Fotografien entstanden sind? Annette Krause findet auch heraus, weshalb manche von Beckmanns Landschaften so dunkel und düster sind. Die Antwort liegt in der deutschen Geschichte. Im Dritten Reich galt Max Beckmanns Kunst als entartet, und der Künstler musste ins Ausland fliehen. Landschaften, die mehr als einfach nur Städte und Natur zeigen, sondern von der Biografie des Künstlers geprägt sind.
Letzte Änderung am: 02.12.2011, 23.10 Uhr