aus der Sendung vom Samstag, 2.7.2011 | 19.15 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Seit 25 Jahren wird in Tübingen unter freiem Himmel Theater gespielt. Dabei wechseln sich die zwei Tübinger Theater und das Theater Lindenhof aus Melchingen ab. In diesem Jahr sind wieder die Melchinger dran. Ihr Spielort: der Platz rund ums Silcherdenkmal mitten auf der Neckarinsel.
Gespielt wird eine Art Schiller-Collage. Texte von, zu und über Schiller hinaus. Frei nach dem Motto: „...weil es die Schönheit ist, durch welche man zur Freiheit wandert!“ Klingt nicht ganz einfach. Annette Krause hat bei den Proben zugesehen und beim Regisseur Philipp Becker nachgefragt, um was es da überhaupt geht.
Der Plot: Eine Männerschauspieltruppe will Schiller spielen. Frei nach dessen Credo "Die Natur ist das, was wir wieder werden sollen" gehen die Spieler an einem Sommerabend heraus aus der Enge des Theaters und suchen sich eine neue Spielstätte unter freiem Himmel. Jetzt wird Schiller gespielt: sein Leben, seine Gedichte, Briefe, Theaterstücke. Es geht aber auch um die Lust am Spielen und die Kraft des Theaters.
Für die richtige Stimmung sorgt die Live-Musik der Glass-Brüder, ein romantischer Theaterkarren, nostalgische Requisiten und die zauberhafte Naturkulisse auf der Neckarinsel. Der Platz ums Silcherdenkmal wird zum Schillerplatz, das Rund zum Pantheon.
Premiere ist am 6. Juli. Die Tribüne unter freiem Himmel bietet Platz für über 300 Zuschauer.
Das Lindenhof-Theater feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Fast ebenso lang spielen die Melchinger auch draußen. 1986 das Stück „Hölderlin, Tübingen, Turm“ und in den 90ern „Hölderlin – den Neckar hinab“. Annette Krause plaudert mit Intendant und Gründer des Lindenhof-Theaters Bernhard Hurm über die Lust am Draußen spielen und erinnert sich mit ihm an die schönsten Szenen. Das Ganze natürlich passend bei einer Fahrt im Stocherkahn.
Sommertheater Schiller am Silcherdenkmal Neckarinsel Tübingen
Premiere: 6. Juli 2011 um 20 Uhr
Öffentliche Probe: 1. Juli 2011 um 19 Uhr
Evan Penny in der Tübinger Kunsthalle
Die Ausstellung in der Kunsthalle hat noch vor ihrem Beginn für Aufruhr gesorgt. Die Abbildung der Skulptur auf dem Ausstellungsplakat sieht so realistisch aus, dass die Stadt Stuttgart das Plakat zunächst nicht aufhängen wollte. Dabei ist der männliche Akt ein Klassiker der Kunstgeschichte. Ganz ohne schlüpfrige Hintergedanken. Warum Annette Krause trotzdem völlig fassungslos in der Werkschau stand, sehen sie in Landesschau KulTour.

Realistisch vom Leberfleck bis in die letzte Haarwurzel: Evan Pennys Skulpturen. Auf den ersten Blick täuschend echt – auf den zweiten Blick verzerrt, verdreht, verstaucht. Und das auch noch in Übergröße. Evan Penny – ein Hyperrealist wie Duane Hanson und doch wieder nicht. Seine Skulpturen erinnern an missgestaltete Figuren aus den Jahrmarktskabinetten, an Abbilder von Zerrspiegeln in 3D. Beim Hinschauen wird einem schlicht schwindelig. Die Arbeiten lassen keinen kalt. Warum das so ist, darüber unterhält sich Annette Krause mit dem Kurator der Ausstellung Daniel J. Schreiber.
Die Wirkung beruht zum einen in der Idee der Darstellung zum anderem im bildhauerischen Können des Meisters. Die Skulpturen hat Evan Penny alle von Hand modelliert, die Abgüsse mit vielen Schichten Silikon bemalt – bis jede Hautfalte von innen her echt wirkt. Die große Werkschau von Evan Penny bietet einen Überblick über sein Schafen der letzten elf Jahre. Zu sehen ist die Ausstellung zunächst in der Kunsthalle Tübingen, dann im Museum der Moderne Salzburg sowie im Museo delle Arti Catanzaro und zuletzt in der Art Gallery of Ontario in Toronto, der Heimatstadt des kanadischen Künstlers.
Evan Penny: „Ich versuche, meine Skulpturen irgendwo zwischen zwei unterschiedlichen Weisen der Wahrnehmung unserer selbst anzusiedeln: der Wahrnehmung in Raum und Zeit sowie der Wahrnehmung mittels medialer Bilder.“ Annette Krauses Fazit: Eine ganz besondere Ausstellung, die man mit eigenen Augen gesehen haben sollte.
EVAN PENNY
Re Figured
2. Juni bis 4. September 2011
Philosophenweg 76
72076 Tübingen
Öffnungszeiten
Täglich (außer Montag) 11 bis 18 Uhr
Dienstag 11 bis 19 Uhr
Eintrittspreise
5 €, ermäßigt 3 €
Letzte Änderung am: 22.06.2011, 02.14 Uhr