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Fünf Jahre segelte er über die Meere. Wenn er an Land ging, jagte und sammelte er, was er finden konnte. Vögel, Gürteltiere, Echsen – nichts war vor ihm sicher. Er verschiffte alles nach Hause, um jahrelang daran zu forschen. Dann machte es Klick: Heraus kam die Evolutionstheorie. Das war vor 150 Jahren und der Mann, der sie verkündete, war Charles Darwin.
Die Ausstellung „150 Jahre Evolutionstheorie“ ist der Beitrag des Naturkundemuseums Stuttgart zum Darwin-Jahr. Nicht der berühmte Biologe und seine ungewöhnliche Vita, sondern die spektakuläre Theorie steht im Vordergrund der Ausstellung. Wie funktioniert Evolution? Wie entwickelten sich aus Wassertieren Landbewohner? Wie nah ist der Mensch mit dem Affen verwandt? Auch die Erkenntnisse der Forscher vor und nach Darwin sind berücksichtigt.
Gott schuf die Welt in 6 Tagen inklusive aller Menschen und Lebewesen. So steht es in der Bibel. Darwin stieß den Schöpfer vom Thron. So sahen es viele Zeitgenossen von Darwin. Der Mensch war plötzlich nicht mehr das Zentrum der Welt. Auch heute gibt es noch Menschen, die Glaube und Wissenschafts-erkenntnisse nicht unter einen Hut bekommen. Wie Kritik an der Evolutionstheorie geübt wird und wie sie entkräftet werden kann, ist ebenfalls Thema der Ausstellung.
Das stattlichste Exponat der Ausstellung ist die HMS Beagle, das Segelschiff, mit dem Charles Darwin über die Meere kreuzte. Der Nachbau ist fast so groß wie das Original. Natürlich passte nur der vordere Teil des Schiffes in die zentrale Säulenhalle des Museums. Man kann an Bord spazieren, durch Fernrohre die Landschaft und Tierwelt der Galapagos-Inseln bewundern und Charles Darwin in Form einer lebensgroßen Puppe kennenlernen. Im Unterdeck wird den Besuchern per Computeranimation ein Rundgang durch das gesamte Schiff ermöglicht.
Den Ausstellungsmachern ist ein spielerischer Zugang wichtig. Kinder angeln Plastikfische, merken aber erst ganz zum Schluss, dass sie die auffälligen bunten Tiere herausgefischt und die sandfarbenen haben liegen lassen. Die Erkenntnis: Wer sich gut tarnen kann und angepasst ist, überlebt. Das ist "Survival of the fittest". Dementsprechend dürfen auch lebendige Fische in der Ausstellung nicht fehlen. Die Wilhelma macht es möglich und verleiht Barsche, die in Aquarien schwimmen.
Wie kompliziert, umständlich und langwierig Evolution ist, erfährt der Besucher an verschiedenen Computerstationen. Hier kann man sich seinen Lieblingshund kreuzen oder es zumindest versuchen. Oder man forscht nach seiner Traumfrau oder seinem Traummann, muss aber erkennen, dass man einen 0815-Geschmack hat. Denn nur wer vielen potentiellen Partnern gefällt, kann sich fortpflanzen. Überraschung und Desillusion beim Besucher haben die Ausstellungsmacher eingeplant.
Wer seiner Fantasie freien Lauf lassen möchte, ist aufgerufen, einen Zukunftsmenschen zu basteln. Der Mensch in 5 Millionen Jahren, wie wird er aussehen? Die Museumspädagogen haben einen Wettbewerb für kreative Köpfe ausgeschrieben. Die eingereichten Kunst- und Fantasiewerke sind auch Teil der Ausstellung.
Die Sonderausstellung zur Evolutionstheorie im Naturkundemuseum Schloss Rosenstein ist vom 1. Oktober 2009 bis 24. Mai 2010 zu sehen.
Rosenstein 1
70191 Stuttgart
Öffnungszeiten:
Di bis Fr: 9 bis 17 Uhr
Sa, So, Feiertags: 10 bis 18 Uhr
Mo: geschlossen
Letzte Änderung am: 23.09.2009, 10.44 Uhr
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