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Studie zum Landtagswahlkampf Die AfD hat viele Gesichter

Populistisch, rechts, konservativ: Das soll alles auf die Alternative für Deutschland (AfD) zutreffen. Eine neue Studie zeigt, wie unterschiedlich die Partei in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auftritt.

as Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD) ist am 05.03.2014 beim Politischen Aschermittwoch der Partei in Osterhofen (Bayern) zu sehen.

AfD-Studie: Partei mit sehr unterschiedlichen Gesichtern

Die AfD spricht in den Landtagswahlkämpfen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt vor allem Menschen an, die Veränderung ablehnen. Zu dem Schluss kommt die am Donnerstag veröffentlichten Studie "Die AfD vor den Landtagswahlen 2016" des Göttinger Instituts für Demokratieforschung.

Vor allem bei ihren Kernthemen innere Sicherheit, Familienpolitik und Zuwanderung operiere die Partei mit "drakonischen Bedrohungsbildern und reaktionären Antworten", heißt es in der Studie.

Doch bei dem Blick auf die Anhänger in den einzelnen Bundesländern ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. So erhalte in Baden-Württemberg AfD vor allem in Regionen und Städten Zuspruch, die besonders stark vom Strukturwandel betroffen sind und in "Zentren des protestantischen Pietismus", wie es die Forscher nennen. Das traditionelle Links-Rechts-Schema würde nicht erklären, warum die Hälfte der AfD-Anhänger in diesem relativ wohlhabenden Bundesland mit der Arbeit von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zufrieden ist.

Rheinland-Pfälzer AfD-Anhänger lehnen Dreyer-Regierung ab

In Rheinland-Pfalz präsentiere sich die AfD als Partei mit zwei Gesichtern. "Die bürgerlich-gemäßigte Selbstdarstellung und das betont zurückhaltende Wahlprogramm werden dabei im Wahlkampf von zunehmend schrofferen Abgrenzungen und einer schärferen Rhetorik, insbesondere in Fragen der Asyl- und Zuwanderungspolitik, konterkariert." Anders als beim südlichen Nachbarn, sind hier den Angaben zufolge 64 Prozent der AfD-Anhänger mit dem Regierungsstil der SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer unzufrieden.

Neben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird am 13. März auch noch in Sachsen-Anhalt gewählt. Dort liegt die AfD in Umfragen bei 15 bis 17 Prozent. Laut der Studie könne die Partei dort vor allem von der hohen Unzufriedenheit mit der Landesregierung profitieren. Der Landesverband positioniere sich laut Studie unter seinem Vorsitzenden André Poggenburg "völkisch-nationalistisch".

Partei hat nach Luckes Abgang weiterhin sehr unterschiedliche Positionen

Insgesamt beurteilen die Autoren der Studie das Auftreten der AfD auf Bundesebene in der Flüchtlingskrise als "offen rechtspopulistisch". Doch auch nach der Abspaltung des Flügels um Parteigründer Bernd Lucke im vergangenen Sommer vertrete die Partei in Wahlkämpfen Positionen die sowohl rechtskonservative als auch wirtschaftsliberale und nationalistische Positionen. Gesellschaftspolitisch sei die AfD seit der Spaltung deutlich nach rechts gerutscht.

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