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Energiekosten  Milliarden-Abzocke bei den Strompreisen

Die Energiewende hat ihren Preis. Strom wird deshalb teurer. Laut dem Bund der Energieverbraucher kassieren die Energiekonzerne ihre Stromkunden jedoch weit über Gebühr ab. Der Bundesumweltminister schimpft, aber reagiert er auch?

Strompreiserhöhung

Ab Januar sollen die Strompreise im Durchschnitt um zwölf Prozent erhöht werden. Die Anbieter wälzen ihre gestiegenen Belastungen bei der Ökostromumlage oder auch bei Netzentgelten auf die Verbraucher ab. Doch dabei schießen sie weit über das Ziel hinaus.

Aribert Peters, Chef des Bundes der Energieverbraucher, sagte gegenüber dem SWR: "Die Stromkunden werden dreist mit 2,1 Milliarden Euro abkassiert. Für die Mehrkosten der Energiewende wären nur sechs statt der unverschämten zwölf Prozent Preisaufschlag gerechtfertigt."

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Nur wenn Sie den Anbieter wechseln, können Sie sich gegen überhöhte Strompreise wehren. Je mehr Stromkunden dazu bereit sind, desto mehr wird der Wettbewerb angekurbelt. Mit einem Wechsel ist es allerdings nicht getan: Sie sollten regelmäßig die Preise vergleichen. [mehr zu: ]

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Sie können mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Beispiel: Ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt verbraucht etwa 2800 Kilowattstunden im Jahr. Wechselt dieser von seinem Grundversorger zu einem günstigen Anbieter, können bis zu 200 Euro Kosten weniger anfallen.

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Im Internet bieten verschiedene Seiten Preisvergleiche an. Tageszeitungen veröffentlichen regelmäßig Listen, die die Preise von Stromanbietern gegenüberstellen. Wer Fragen hat, kann sich auch an die Verbraucherzentralen wenden.

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Sie brauchen keine Sorge zu haben, dass Ihnen der Strom abgedreht wird. Es gibt eine gesetzliche Versorgungspflicht. Dass heißt: Der alte Anbieter muss den Strom solange liefern, bis der neue Anbieter übernommen hat.

Altmaier fordert mehr Transparenz

Zuviel, findet auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Die überproportionale Erhöhung sei schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise – also die Einkaufspreise - seit dem vergangenen Jahr auf breiter Front gesunken seien, dank mehr Wind- und Solarstrom. Altmaier fordert von den Energieversorgern mehr Transparenz – und er pocht auf eine Reform der Ökostrom-Förderung, um die Stromkosten zu begrenzen.

Gegen die Erhöhung klagen?

Der Bund der Energieverbraucher rät, Strompreiserhöhungen von mehr als acht Prozent nicht hinzunehmen. Der Verband gibt auf seiner Homepage allerdings zu bedenken, dass eine Klage gegen den Anbieter nur mit einem Rechtsschutz zu empfehlen sei, da die Gerichte unterschiedlich entscheiden würden und deshalb ein gewisses Risiko bestehe.

Minister Altmaier will zudem durch gezielte Beratung und Anzeigenkampagnen den Stromverbrauch in deutschen Haushalten bis 2020 um zehn Prozent senken. Gestern Abend gab er deshalb den Startschuss für ein neues Stromsparportal. Unter www.die-stromsparinitiative.de können sich Bürger über ihren Stromverbrauch, Tipps zum Sparen und Energiesparberater in der Region informieren.

Autorin: Rebecca Lüer; Online-Redaktion: Peter Mühlfeit

Quelle: SWRinfo

Letzte Änderung am: 22.11.2012, 15.18 Uhr