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Weiberfastnacht in Rheinland-Pfalz Närrinnen erobern Straßen und Rathäuser

Die wilden Weiber haben am Donnerstag in Rheinland-Pfalz den großen Endspurt der Straßenfastnacht eingeläutet. An vielen Orten im Land übernahmen die Närrinnen die Herrschaft über die Rathäuser.

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1:41 min | Do, 4.2.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Altweiberfastnacht

Meenzer Mädcher haben das sagen

Pünktlich um 11 Uhr 11 am Donnerstag haben tausende Mainzer Närrinnen mit einem dreifach donnernden "Helau" die Straßenfastnacht in der Landeshauptstadt eröffnet. Jetzt können die dollen Tage kommen.

In Mainz war das närrische Volk ab 11.11 Uhr rund um den Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz unterwegs. Dort war in den nächsten Stunden keine Krawatte mehr vor den Scheren der Närrinnen sicher. Hunderte bunt kostümierte "Meenzer Mädscher" machten klar, wer das Heft in der Hand hat.

Nach Angaben des Mainzer Carneval Vereins (MCV) gab es in diesem Jahr erstmals schon am Donnerstag ein Glasverbot auf dem Platz und im Festzelt auf der Ludwigstraße. Den ganzen Tag über wurden außerdem die Zugänge zum Platz kontrolliert.

Wittlicher Rathaus ergibt sich den Möhnen

Über eine lange Leiter kletterten pünktlich um 11.11 Uhr die Närrinnen in Wittlich ins Rathaus und entmachteten nach kurzem Gerangel Stadtbürgermeister Joachim Rodenkirch und die anwesenden Ratsmitglieder. Als Zeichen der erfolgreichen Erstürmung wurde die weiße Fahne gehisst, es regnete kiloweise Bonbons aus den Fenstern. Der gesamte Stadtrat wurde abgeführt, Bürgermeister Rodenkirch musste auf dem Marktplatz die Stadtschlüssel an die Möhnen übergeben.

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1:54 min | Do, 4.2.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Fastnacht in Rheinland-Pfalz

Großes Krawattensterben im Norden des Landes

Traditionell ist an Weiberfastnacht vor allem der Norden ganz vorne mit dabei. Die "Möhnen" stürmten mit Scheren bewaffnet die Rathäuser und gingen etlichen Krawatten an den Kragen.

Die Erstürmung des Alten Rathauses in Wittlich an Weiberdonnerstag hat eine lange Tradition. "Das wird schon seit Jahrzehnten so gemacht", sagte Ursula Koch vom Kulturamt.

In Bad Kreuznach feierten mehrere tausend Besucher im so genannten Narrenkäfig. Hier kommen Jugendliche erst ab 16 Jahren in den Partybereich. Außerhalb des Narrenkäfigs galt von 10 bis 22 Uhr ein Alkohol- und Glasverbot in der Kreuznacher Innenstadt.

In Mülheim-Kärlich gingen die Möhnen um

Höhepunkt des Schwerdonnerstags in der Region Koblenz war wie immer der Möhnenumzug in Mülheim-Kärlich, mit tausenden Besuchern traditionell der größte in Rheinland-Pfalz. Ab 14.11 Uhr waren die Möhnen in der Stadt unterwegs. Auch hier galt in diesem Jahr: Aus Sicherheitsgründen waren Glasflaschen und Gläser beim Umzug verboten.

Sturm auf die Rathäuser

Auch in Koblenz ging es auf dem Jesuitenplatz närrisch zur Sache: Mehrere hundert Jecken ließen sich vom Regen die Laune nicht vermiesen. Das Koblenzer Prinzenpaar kam in diesem Jahr übrigens nicht zur Eröffnung - schlicht aus Zeitmangel: Laut einem Sprecher der Koblenzer Karnevalsgesellschaft AKK hatten Prinz Frank von Güls am See und Confluentia Melina rund 30 Termine in der Region, darunter Antrittsbesuche bei allen zehn Koblenzer Möhnenvereinen.

In Cochem startete die närrische Zeit erst am Abend: Ab 18 Uhr wurde dort in der Narrhalla gefeiert und geschunkelt. Seit 11.11 Uhr waren auch in Mayen die Narren auf dem Marktplatz zugange und bereiten sich auf den alljährlichen Rathaussturm vor.

Närrische Frühaufsteher in Gerolstein

In Gerolstein in der Vulkaneifel hatten sich die Karnevalisten in aller Herrgottsfrühe für den Weiberdonnerstag gestärkt. Ab 6.00 Uhr früh gab es in der Stadthalle im Rondell ein großes Frühstücksbüffet mit Eiern und Speck. Prinz Benjamin der Erste, die Gerolsteiner Burgnarren und die Stadtsoldaten hatten einen langen Tag mit mehr als einem Dutzend Terminen vor sich.

Kleine Zwischenfälle in Trier

Bereits um 10.45 Uhr wurde in Trier unter lauten "Halaudi"-Rufen das Rathaus gestürmt. Laut Polizei kamen bis zum Nachmittag weniger Narren zum Feiern als üblich, Grund sei vermutlich das "narrenfeindliche" Wetter.

Die Beamten mussten drei angetrunkene Karnevalisten aus dem Verkehr ziehen, die einen Wachmann angegriffen und verletzt hatten. Die Männer im Alter zwischen 23 und 27 Jahren kamen in Gewahrsam, es wird wegen Körperverletzung ermittelt. Außerdem wurde ein 17-Jähriger aufgegriffen, der 2,1 Promille Alkohol im Blut hatte. Ihn brachte die Polizei zum Ausnüchtern zu seinen Eltern nach Hause.

Die Stadt hatte für die Weiberfastnacht ein spezielles Sicherheitskonzept aufgestellt. Polizei und Ordnungsamt sollen mit mehr Personal für dessen Einhaltung sorgen. Zentraler Punkt des Konzeptes war das Glasverbot für den Trierer Hauptmarkt zwischen 11.00 und 18.00 Uhr. Nach Angaben der Stadt durfte dort zwar Alkohol getrunken werden, Polizei und Ordnungsamt kontrollierten aber insbesondere Jugendliche genau. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit doppelt so vielen Einsatzkräften unterwegs wie im vergangenen Jahr. Außerdem werden an Fastnacht unter anderem der Hauptmarkt, die Treviris-Passage und die Arena Trier videoüberwacht.

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