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Urteil in Mainzer "Pizzamord-Prozess" Lebenslang für Mord wegen 3.000 Euro

Das Mainzer Landgericht hat den Angeklagten im Prozess um den Mord an einem Niersteiner Pizzeriabesitzer verurteilt: die Strafe lautet lebenslänglich.

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2:35 min | Mo, 15.2.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Urteil im "Pizzamord"-Prozess

Lebenslange Haftstrafe

Das Landgericht Mainz hat einen 37-jährigen Mann im sogenannten "Pizzamord-Prozess" zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann hatte im November 2014 den Wirt einer Pizzeria im rheinhessischen Nierstein erschossen.

Das Landgericht Mainz hat den 37-jährigen Angeklagten im sogenannten "Pizzamord-Prozess" am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter sagte in seiner Urteilsbegründung, der Angeklagte habe den Restaurantbesitzer getötet, weil dieser ihm 3.000 Euro schuldete. Der 37-jährige Angeklagte sei des Mordes schuldig, weil er die Tat geplant und "die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewusst ausgenutzt" habe.

Das Gericht folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt hatte. Sie sah es als erwiesen an, dass der Mann den Wirt töten wollte und dass dieser sich nicht habe wehren können.

15 Schüsse durch die geschlossene Tür

Trauerkerzen und ein Bild eines Mannes.

Blumen am Tatort vor der Niersteiner Pizzeria (Archiv)

Der Angeklagte hatte gestanden, am späten Abend des 29. November 2014 fünfzehn Mal auf den Inhaber der Pizzeria "La Casa" geschossen zu haben, durch die geschlossene Eingangstür. Eine Kugel hatte den 51-jährigen Wirt ins Herz getroffen. Der Angeklagte machte allerdings Notwehr für seine Tat geltend: In Italien sei ein Mordanschlag auf ihn verübt worden. Das Gericht glaubte dies aber nicht. Seine Verurteilung nahm der 37-Jährige ohne sichtbare Regung auf.

Verteidigung will Revision

Die Verteidigung kündigte umgehend Revision vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe an. An der Urteilsbegründung bestünden erhebliche Zweifel. Die Verteidigung hatte im Prozess auf Freispruch plädiert. Sie begründete dies mit Notwehr. Der Wirt habe selbst eine Waffe gezogen und auf den Angeklagten gerichtet. Ein Pizzeria-Angestellter habe den 37-Jährigen daraufhin von innen gewarnt. Der Angeklagte habe einen Angriff befürchtet und sich zur Wehr gesetzt.

Wenn aus Freundschaft Hass wird

Die beiden Männer stammten aus demselben Ort in Italien und waren nach ihrem Kennenlernen im Jahr 2013 zunächst gut befreundet, so der Richter. Der Jüngere arbeitete zeitweise im Lokal des Älteren. Die Freundschaft war zu Ende, als der Angeklagte vom Inhaber der Pizzeria 3.000 Euro forderte. Von beiden Seiten gab es Morddrohungen.

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