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Ungebremst in Stauende 96-Jährige verursacht Unfall auf A65

Auf der Autobahn 65 bei Landau ist eine 96-jährige Autofahrerin in ein Stauende gefahren. Drei Menschen wurden verletzt. Der Unfall wirft Fragen nach der Kompetenz der Senioren im Straßenverkehr auf.

Unfallwagen auf A65

Mehrere Totalschäden und drei Verletzte sind die Bilanz.

Nach Angaben der Polizei erkannte die Frau zu spät, dass an einer Baustelle der Verkehr stockte und fuhr ungebremst auf einen Wagen vor ihr. Mehrere Fahrzeuge seien dadurch aufeinandergeprallt. Die 96-Jährige sowie zwei weitere Autofahrer wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Der Unfall wirft erneut die Frage auf: Fahren ältere Leute schlechter als junge? Zahlen belegen nicht, dass ältere Autofahrer größere Risikofaktoren sind als jugendliche Fahrzeuglenker. Das Bundesverkehrsministerium sowie der ADAC lehnten zuletzt eine strengere Überprüfung von Senioren mit Pflichttests erneut ab.

Mehr Senioren, steigende Tendenz

Nach jüngsten Angaben des Bundesinnenministeriums waren 65-Jährige und Ältere, die ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, im vergangenen Jahr an 24.869 Verkehrsunfällen beteiligt. Das waren acht Prozent aller 309.000 Unfälle.

Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen, die nur 8,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht, war in 28.000 Unfälle verwickelt. Das waren neun Prozent der Unfälle.

2011 bis 2013 waren im Schnitt 22.600 Unfälle mit Älteren pro Jahr verzeichnet worden, die steigende Tendenz ist auch auf den stetigen Zuwachs in dieser Altersgruppe zurückzuführen. 2015 wurden bei Unfällen mit Beteiligung von Senioren 7.700 Menschen verletzt und 146 getötet.

Mehr Erfahrung, weniger beweglich

Völlig unterschiedlich waren in beiden Altersgruppen die Unfallursachen: Ältere fahren in der Regel vorsichtiger und langsamer, ihnen machen aber komplexe Verkehrssituationen, unübersichtliche Einmündungen und Kreuzungen zu schaffen. Fehler unterlaufen den Senioren auch beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren. Körperliche Defizite sind dafür verantwortlich, die sie jedoch meist durch Erfahrung ausgleichen.

Bei den Jungen ist zu schnelles Fahren Unfallursache Nummer eins.

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