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Umfrage in Rheinland-Pfalz Grundschulen offenbar in großer Not

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat sich umgehört, wie die Grundschulen im Land aufgestellt sind. Die Ergebnisse lassen auf teils katastrophale Zustände schließen.

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2:13 min | Mo, 25.1.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Umfrage zu Umständen an Grundschulen in RP

Flüchtlinge bleiben auf der Strecke

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt: wenn es in Rheinland-Pfalz weiter so wenige Lehrer an Grundschulen gibt, leiden vor allem Flüchtlingskinder darunter.

Unterrichtsausfall, teilweise veraltete Technik und unbesetzte Schulleitungen - das sind wesentliche Punkte der Mängelliste, die der Verband am Montag für die Grundschulen in Rheinland-Pfalz vorgelegt hat.

Der VBE beruft sich auf eine Umfrage, die im Dezember 2015 unter dem Motto "Grundschulen 2016 - was läuft und was läuft nicht?" durchgeführt wurde. Von den 969 angeschriebenen Grundschulen haben laut VBE 410 Schulen geantwortet, das entspricht einer Rücklaufquote von 43 Prozent.

Die Ergebnisse der Befragung hätten vielfache Hinweise auf "eine systematische Unterfinanzierung der schulischen Grundbildung in Rheinland-Pfalz" sichtbar gemacht, sagte der VBE-Landesvorsitzende, Gerhard Bold. "Wir müssen feststellen, dass die Grundschüler die billigsten Schüler sind." 

Jede zehnte Grundschule im Land habe keine Schulleitung mehr. Vielfach seien die Stellen schon seit mehr als einem Jahr unbesetzt, beklagte der VBE-Grundschulreferent Lars Lamowski. So müssten Schulleiter Aufgaben des Sekretariats übernehmen, weil es dafür keine ausreichende personelle Ausstattung gebe.

Anrufbeantworter statt Sekretärin

Zeitweise seien Grundschulen telefonisch nicht erreichbar, was auch Sicherheitsfragen aufwerfe. Mit Blick auf zusätzliche Anforderungen wie die Inklusion von behinderten Kindern und die Unterrichtung von Kindern aus geflüchteten Familien sprach sich Lamowski dafür aus, die maximale Klassengröße von 24 Schülerinnen und Schülern je Klasse auf 20 zu senken.

Ministerin Reiß lässt VBE-Kritik nicht gelten

Bildungsministerin Vera Reiß (SPD) wies die Kritik zurück. Die Ausgaben des Landes für die Grundschulen lägen deutlich über dem Durchschnittswert aller Bundesländer. Außerdem hätten die Grundschulen seit Jahren die besten Werte bei der Unterrichtversorgung unter allen Schularten im Land. Auch liege die durchschnittliche Klassengröße mittlerweile bei 18,4 Schülerinnen und Schülern.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Bettina Dickes, sieht die Position der CDU-Landtagsfraktion durch die Ergebnisse der Umfrage bestätigt: Die Situation an den Grundschulen sei geprägt von einer falschen rot-grünen Bildungspolitik. Für die Schulen bedeute das konkret: "Inklusion mit der Brechstange, kleinere Klassengrößen erkauft durch weniger Schulstunden, Flüchtlingskinder, die ab dem ersten Tag ohne Deutschkenntnisse am Unterricht teilnehmen."

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