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Windkraft im Naturpark Saar-Hunsrück Kernzone nicht mehr tabu

Das Land Rheinland-Pfalz will den Bau von Windrädern in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück zulassen, obwohl es laut Naturpark-Verordnung verboten ist. Windkraftgegner sind entsetzt.

Windräder drehen sich

Auf dem Schimmelkopf sollen sich künftig Windräder drehen

Die zuständige Umweltbehörde SGD Nord in Koblenz hat jetzt Kriterien festgelegt, wonach der Bau von Windrädern in der Kernzone des Naturparks doch möglich ist. Wenn eine Verbandsgemeinde beispielsweise nur in diesem Bereich und nirgendwo sonst Windräder aufstellen kann, dann kann das Verbot aufgehoben werden. Wenn sich in der Nähe einer Kernzone bereits ein Windpark befindet, gilt dieses Gebiet als "vorbelastet", auch in diesem Fall können in der Kernzone des Naturparks Windräder gebaut werden.

Bürgermeister sieht kein Problem

Der Bürgermeister der Gemeinde Irsch bei Saarburg, Jürgen Haag, hat kein Problem mit Windrädern in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück. In seinem Gemeindewald sollen sich bald bis zu fünf Windräder drehen. "Irsch arbeitet mit, die Klimaziele einzuhalten", sagt Haag. Und verweist in diesem Zusammenhang auf die saarländischen Nachbarn. Dort gebe es bereits Windräder eines Privatunternehmers. Der Irscher Bürgermeister ist zuversichtlich, auch den Windpark auf seinem Areal weiter planen zu können.

Windkraftgegner sind sauer

Der Bau von Windkraftanlagen ist laut der Umweltbehörde SGD Nord in einem Naturpark auch möglich, wenn - so wörtlich - ein öffentliches Interesse besteht. Das bedeutet im Klartext: Wenn eine Gemeinde das politische Ziel der Energiewende umsetzen will, indem sie Windräder in einem Naturpark aufstellt, dann ist das erlaubt. Simone Martini von der Bürgerinitiative "Rettet den Hochwald" spricht von einem „Freifahrtschein“ für die Windindustrie. "Da wird unter dem Deckmantel des Klimaschutzes die Profitgier von Investoren befeuert und genauso sei es auch hier", sagt sie. Martini fragt sich, warum es überhaupt noch Kernzonen in einem Naturpark gibt, wenn sie doch de facto keine Naturschutzfunktion mehr ausüben.

Umweltbehörde widerspricht

Das Land Rheinland-Pfalz hat die Kritik von Windkraftgegnern unterdessen zurückgewiesen, in den Kernzonen des Naturparks Saar-Hunsrück Windräder zu genehmigen. Die zuständige Umweltbehörde SGD Nord teilte mit, es werde keinen "Freifahrtschein" für Windräder in den Schutzzonen geben. Die Behörde werde nur in Ausnahmefällen den Bau von Windrädern im Naturpark Saar-Hunsrück erlauben, heißt es am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Es werde auch nicht automatisch eine Genehmigung erteilt, wenn das Gebiet als vorbelastet gilt, also wenn sich in der Nähe einer Kernzone bereits Windräder drehen. Jeder Antrag einer Gemeinde werde einzeln geprüft.

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