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Urteil im Mordprozess Laura-Marie Angeklagter muss lebenslang in Haft

Wegen Mordes an der 16-jährigen Laura aus Trier hat das Landgericht einen Mann aus der Nachbarschaft zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

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1:40 min | Mo, 1.2.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Landgericht Trier: Urteil im Fall Laura-Marie

25-Jährigen wegen Mordes verurteilt

Vor knapp einem Jahr wurde in Trier eine 16 Jahre alte Schülerin erstochen. Der mutmaßliche Täter konnte bald darauf gefasst werden. Ein junger Mann aus der Nachbarschaft. Er soll das Mädchen getötet haben, um eine versuchte Vergewaltigung zu vertuschen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 25-Jährige die Jugendliche im März vergangenen Jahres vorsätzlich erstochen hatte. Während der Urteilsverkündung zeigte der Angeklagte keine Regung, er schaute starr zur Richterbank. Die Mutter der ermordeten Laura nickte kaum merklich, als die vorsitzende Richterin das Strafmaß verkündete. Lauras Vater schlug immer wieder beide Hände vors Gesicht. Einige Zuschauer im voll besetzten Gerichtssaal des Trierer Landgerichts weinten, als das Urteil "Mord und lebenslange Haft" verlesen wurde.

Geplante Vergewaltigung

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte geplant, Laura auf einem einsamen, dunklen Weg in Trier-Nord in der Nähe des Hauptbahnhofs zu vergewaltigen. Dies sei vor allem auch dadurch belegt, dass der Angeklagte sich vor der Tat im Internet immer wieder mit dem Thema Vergewaltigung beschäftigt hatte. Zudem habe er kurz vorher ein Seil am Tatort deponiert, um seine Bekannte zu fesseln. Der Vergewaltigungsversuch scheiterte aber, weil das Mädchen sich heftig wehrte und laut schrie. Daraufhin soll der 25-Jährige vier Mal vorsätzlich mit einem Messer auf Laura eingestochen haben.

Die 16-Jährige starb am Tatort. Einen Tag nach dem Verbrechen kam er dann noch einmal zum Tatort zurück und habe die Leiche verbrannt. Für das Gericht ist das ein so genannter Verdeckungsmord. Der Angeklagte tötete Laura, um den vorangegangenen Vergewaltigungsversuch zu vertuschen und um damit auch seine Entdeckung zu verhindern. Die Aussage des Angeklagten, die Messerstiche seien aus einem Streit heraus erfolgt, wies das Gericht als Schutzbehauptung zurück.

Anwalt will in Revision gehen

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Der Anwalt des Angeklagten hat bereits im Gerichtssaal angekündigt, Revision einzulegen. In seinem Plädoyer hatte er eine maximale Strafe von sechs Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge beantragt. Das hat das Landgericht anders gesehen und seinen Mandanten wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Höchstwahrscheinlich muss sich nun der Bundesgerichtshof noch einmal mit dem Urteil beschäftigen beschäftigen.

Der Vater von Laura-Marie sagt nach der Urteilsverkündung dem SWR: "Im Moment bin ich ziemlich weit unten. Muss erst mal ein bisschen abwarten. Aber ich bin ganz zufrieden, dass die Richterin dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben hat."

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Großes Interesse

Urteilsverkündung im Prozess Laura-Marie

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Großer Andrang beim Prozess

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Auch die Medien zeigten großes Interesse an der Urteilsverkündung

Der Angeklagte wurde zu lebenslanger Haft verurteilt

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Es kamen viele interessierte Prozesszuschauer

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