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Moselweinbautage in Schweich Drohnen sollen Pflanzenschutz verbessern

Der Einsatz von Spritzhubschraubern in den Weinbergen stößt immer wieder auf Kritik. Bei den Weinbautagen in Schweich diskutieren Experten deshalb über den Einsatz von Drohnen.

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1:18 min | Do, 7.1.2016 | 16:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

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Moselweinbautage in Schweich

Drohneneinsatz im Weinberg

Bei den Moselweinbautagen wurde über den Einsatz von Weinbergs-Drohnen diskutiert. Fünf Jahre Forschung stecken in den ferngesteuerten Spritzhubschraubern. Doch bis die Winzer sie nutzen können, wird es noch dauern.

Der Einsatz von unbemannten Hubschraubern könnte die Arbeit der Moselwinzer erleichtern. Mit ihnen könnten zum Beispiel Pflanzenschutzmittel zielgenauer aufgetragen werden. Bislang werden Pflanzenschutzmittel entweder mit Spritzhubschraubern oder von Hand in den Steillagen verteilt.

saal mit leuten

Großes Interesse am Weinbautag in Schweich

Drohnen seien leiser und sicherer als Hubschrauber, so ein Sprecher des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel. Marktreife Drohnen für den Einsatz im Weinberg gibt es laut DLR noch nicht, in Forschungsprojekten sind allerdings schon entsprechende Prototypen entstanden.

Noch viele offene Fragen

Seit drei Jahren beschäftigt sich Freimuth Stephan vom DLR Mosel in einem Forschungsprojekt damit, welchen Anforderungen die Drohnen im Weinberg gewachsen sein müssen. Dabei gibt es viele Frage zu beantworten. "Wenn Sie die Weinberge hochschauen, sehen Sie, dass man das Ende nicht erkennt. Das heißt, man muss lernen, wie kann ich über Sensoren das Ende erkennen, dass das auch präzise ist. Oder wie verhält sich der Hubschrauber, wenn er den Berg runterfliegt - ein Helikopter fliegt dann in seine eigenen Luftverwirbelungen rein und wird dadurch instabil."

mann und drohne

Freimuth Stephan testet eine Drohne

In unzähligen Tests finden die Experten heraus, was an den Prototypen technisch verändert werden muss. Denn sie sollen sicher und effektiv arbeiten. Aber marktreif sind laut Freimuth Stephan die Geräte noch nicht: "Man muss halt mit Sensorik und Technik noch einiges tun, damit das Gerät möglichst einfach anzuwenden ist. Es macht keinen Sinn, wenn das ein Hubschrauberpilot sein muss, der das Gerät fliegt. Es sollte fast jeder Anwender in der Lage sein, das zu tun. Und die Technik der Maschinen ist noch nicht so, dass man sagen kann, das hält 1.000 Betriebsstunden, ohne dass man was tun muss – soweit ist es noch nicht."

Deshalb werde weiter geforscht, so Freimut Stephan. Derzeit prüfe die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung die Anträge für ein weiteres Forschungsprojekt. Damit sollen innerhalb der nächsten drei Jahre Geräte entwickelt werden, die bezahlbar und einfach zu bedienen sind.

vollernter im weinberg

Vollernter im Steilhang

Beim Weinbautag in Schweich wurde am Donnerstag auch ein Forschungsprojekt vorgestellt, wie bei der Arbeit in den Steillagen mehr Maschinen eingesetzt werden können. Damit sollen insbesondere die Vollernter für Steillagen weiterentwickelt werden. Zwar arbeiten nach Angaben des DLR die derzeitigen Prototypen zufriedenstellend, dennoch seien noch Verbesserungen notwendig. So müssten die Maschinen unter anderem noch schneller und deutlich leichter werden, so ein Sprecher der Behörde. Darüber hinaus soll ein System entwickelt werden, dass die geernteten Trauben automatisch sortiert und von Blättern und Stielen trennt.

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